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Islam verlassen    

Muslim werden   Details

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Durch das Sprechen der Schahaadah vor muslimischen Zeugen nehme ich den Islam als Religion an. Das bedeutet, ich unterwerfe mich bewusst der Allmacht Gottes bzw. erlange derart den seelischen Frieden und entrinne dem ewigen Feuer. Der Allmacht Gottes sind zwar ohnehin alle Geschöpfe unterworfen, doch kommt es auf die Anerkennung dieser Tatsache im Herzen und mit der Zunge darauf an.

 

Das "Muslim-Werden", die Aufnahme in den Islam hat jedenfalls nichts mit einer Mitgliedschaft in irgendeiner Vereinigung, wie zB.  der "islamische Kirche" (IGGiÖ) zu tun; dies zu behaupten, zu glauben oder zu fordern ist Unglaube (Kufr).

 

Mein Sprechen der Schahaadah vor zwei muslimischen Zeugen ist das Bezeugen der Tatsache, dass ich  innerlich (vor Allah ) bereits Muslim bin, jedoch wird dies nun gesellschaftlich bezeugt und damit gültig.  Also bin ich schon Muslim vor Allah, bevor ich die Schahaadah vor Zeugen sprechen werde, andernfalls ich könnte meinen Zustand der Gläubigkeit ja gar nicht bezeugen könnte. Andererseits wäre mein Nichtsprechen des Bekenntnisses vor Zeugen nur bis zur nächsten Gelegenheit, bei plötzlichem Tod, in einer menschenleeren Gegend oder in Gefangenschaft unter Nichtmuslimen entschuldbar, denn das Sprechen der Schahaadah ist ein unabdingbarer Bestandteil des Islam, denn dadurch wird der Islam bestätigt und man befindet sich damit in der Glaubensgemeinschaft der Muslime. Es ist das Recht aller Muslime zu wissen, dass ich Muslim bin, und mein Recht zu wissen, wer meine Geschwister im Islam sind.

 

kalimatu-sch-schahaadah

Spruch der Bezeugung / Glaubnesbekenntnis

 

 

asch-hadu allaa ilaaha illa-llahu wa asch-hadu anna muhammadan 'abduhu wa Rasuuluhu

 

Ich bezeuge, es ist kein Gott außer Gott - und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Sein Gesandter ist.

 

 

Angenommen Allah, der Allmächtige führt eine Seele zur Überzeugung, dass der Islam die wahre, ursprüngliche Religion seit Adam (der Segen Allahs auf ihm) ist, dann hat der Betroffene Imaan (Glaube) in seinem Herzen, was die innere Überzeugung, Sicherheit bezüglich des offenbarten Sichtbaren wie auch Unsichtbaren ist. Das ist der Glkaube dann an die Existenz Allahs - dem Einzigen Gott -, die Engel, die Offenbarungen, die Propheten, den Tag des Gerichts, die Bestimmung Allahs von Gut und Böse und das Leben nach dem Tod. Die Schahaadah ist also ein stark komprimierter Spruch, deren Bedeutung durch das Sprechen in seinem gesamten Umfang bestätigt wird. Spricht also der, welcher sich bereits innerlich in einem "gläubigen Zustand befindet" vor muslimischen Zeugen die Schahaadah, so ist gilt er damit als Muslim und hat den Islam als seine Religion offen angenommen. Er hat seinen Glauben an Allah und Seinen Propheten Muhammad (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) und alles was damit in Zusammenhang steht als Wahrheit angenommen und zum Ausdruck gebracht. Nun ist er auch rechtlich dafür verantwortlich, selbst wenn er noch nicht (oder nie) alles versteht oder kennt oder aus irgendwelchen Gründen sich selbst die Zeugen belogen gelogen hat. Der Gläubige ist überzeugt, dass alles, was Muhammad (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) verkündete, die Wahrheit ist, und wann immer er für ihn Details erfahren wird und was immer die Konsequenzen davon sind, diese als Wahrheit anerkennen wird und dafür einsteht. Wer die Schahaadah hingegen unehrlich spricht, also lügt und in seinem Herzen nicht  überzeugt von dem ist was er sagt, der ist Munaafiq (Heuchler) und das ist schlechter als die offenkundige Leugnung der Wahrheit ist (Kufr). 

 

Die Bezeugung (das Glaubensbekenntnis), wird auch Kalimatu-sch-schahaadah, (Spruch der Bezeugung) genannt, wobei es keine Voraussetzung ist, dass die Schahaadah in arabischer Sprache gesprochen wird um Muslim zu werden, wenn er dazu nicht in der Lage ist. Die "kalimatu-sch-schahaadah" oder die "kalimatu-t-tayjbah" sind besten Formulierungen des Gesandten Allahs um den Islam zu bezeugen. Ein absichtliches Besserformulieren wollen, bezeugt eine Revolution gegen den Gesandten Gottes und würde die Annahme des Islam fraglich erscheinen lassen. Wessen Zunge zum Sprechen der arabischen Worte nicht in der Lage ist, der spricht das Glaubensbekenntnis einfach in seiner Muttersprache und wer gar sprachbehindert oder stumm ist, der kann auch durch Gestik seine Bejahung zur vorgesagten Schahaadah ausdrücken. Kinder müssen ihre Schahaadah wiederholen (bestätigen), sobald sie die Geschlechtsreife erlangt haben und wer auf Grund einer schweren geistigen Beeinträchtigung seine Annahme des Islam nicht verbal formulieren oder auf irgendeine andere Weise zum Ausdruck bringen kann, der wird wie Kinder als Muslim betrachtet.

 Es ist nicht genug zu denken: "Allah weiß ohnehin, dass Islam in meinem Herzen ist, und den Rest halte ich vor den Muslimen geheim, weil es mir sinnvoller scheint". Das öffentliche Deklarieren des Imaan, die Bezeugung, das Sprechen der Schahaadah ist eine der fünf Haupthandlungen (Säulen) des Muslim seins.

 

Wer also die Schahaadah gesprochen hat, der ist von den Muslimen als Muslim zu achten und ist auch verpflichtet die Gebote und Verbote des Islam, zu befolgen, solange er nicht offenkundig dem Islam widerspricht, also Abtrünniger wird (Murtadd).

 

 

 

Noch einfacher zu sprechen  ist die Kalimtu-t-Tayyibah, der "Spruch des Guten" genannt; das genügt auch um Muslim zu werden: 

 

 

 

Laa ilaaha illa-llah(u) muhammadu-r-Rasuulu-l-llah 

 

Keine Gottheit außer Gott, Muhammad ist der Gesandte Gottes.

 

 

Andere Kalimaat (Sprüche) präzisieren zusätzliche Aspekte des Islam.

Das grundlegende Bekenntnis, die Schahaadah, wird durch andere Kalimaat (Sprüche) noch genauer definiert, so dass die wichtigsten Aspekte des Islam leicht einprägsam sind. Wenn Christen Islam annehmen, sollte ihnen vermittelt werden, dass 'Isa (Jesus), - der Friede Allahs sei auf ihm, ein Diener und Gesandter Allahs ist und eben nicht der Sohn Gottes und das selbe gilt für andere Religionen, die aus ihren Verkündern Götter gemacht haben. Grundsätzlich sind jedoch mit der Schahaadah alle Aspekte des Islam anerkannt. Um Muslim zu werden ist es keine Voraussetzung alle Details des Islam zu kennen. Es ist keine Vorbedingung zu wissen was Imaan (Überzeugtheit des Herzens) alles bedeutet oder was die Arkaan (Haupt-Pflichten eines Muslims) sind oder was alles hhalaal (erlaubt) oder hharaam (verboten) ist. Wenn derjenige, welcher den Islam annehmen will, im Wissen unterwiesen werden will um seine Entscheidung für Islam treffen zu können, so ist er von der Wahrheit zu unterrichten; das ist die Pflicht jedes Muslims. 

 

Vorraussetzungen beim Sprechen der Schahaadah:

Wer Muslim werden will darf nicht durch Alkohol oder andere Drogen berauscht sein oder unter Zwang stehen wenn er die Schahaadah spricht.. Religion ist freiwillig.

 

Waschung (Ghusl - Waschung des gesamten Körpers) vor der Annahme des Islam ist sehr empfehlenswert.

Vor dem Aussprechen des Glaubensbekenntnis wird  Ghusl (Körperwaschung) als wichtig erachtet, doch ist dies keine Voraussetzung um Muslim zu werden, wenn etwa deshalb das Sprechen der Schahaadah vertagt werden muss. Ghusl ist der äußere Vollzug einer inneren, geistigen Reinigung, welche durch die Gnade Allahs beim Bezeugen der Wahrheit gewährt wird. Denn wenn eine Seele Muslim wird, dann werden Ihr alle früheren Sünden von Allah vergeben und der geistige Zustand  ist mit einem Neugeborenen Kind ohne Sünde zu vergleichen. Schulden und Verträge vor der Annahme des Islam verlieren ihre Gültigkeit aber nicht. 

 

 

Arabische Sprachekenntnisse sind nicht erforderlich um Muslim zu werden.

Es ist keine Voraussetzung dass man die Schahaadah in arabischer Sprache spricht, doch ist es das beste entweder die "kalimatu-sch-schahaadah" oder die "kalimatu-t-tayjbah" zu sprechen um seinen Islam zu bezeugen, denn das entspricht genau den Worten des Gesandten Allahs. Wenn jemand die selbe Wahrheit mit anderen Worten ausdrückt, so ist er Muslim geworden, doch mag es andere Muslime verwirren. Wer stumm ist, der kann durch Zeichen seinen Islam bezeugen und wer physisch oder geistig dazu nicht in der Lage ist, der ist entschuldigt und gilt als Muslim so wie Kinder, sofern nicht bereits anderes bekannt ist.

Arabisch ist die Sprache der Offenbarung (Qur'aan) und ihre perfekte Beherrschung ist nur  für den islamischen Rechtsgelehrten eine Voraussetzung. Einfache Arabischkenntnisse werden aber vor allem von Arabern immer wieder mit den Voraussetzungen um Muslim zu werden verwechselt und das ist falsch; die große Mehrheit der Muslime versteht Arabisch nicht. Wer Muslim geworden ist, beginnt das Ritualgebet in arabischer Sprache zu lernen, und für viele braucht das so wie einen Allah dazu befähigt hat. Gewisse Vorfälle erwecken llerdings den Eindruck, dass manche Araber ihre Muttersprache mit dem Islam verwechseln. Das mag von Identitätsmangel, falsche 'aqidah  (Fehler in den Grundverständnissen des Glaubens), Stolz und Unwissenheit herrühren. Dessen ungeachtet ist es jedem Muslim sehr empfohlen, sich Grundkenntnisse der arabische Sprache anzueignen, den die Vorteile können groß sein.

 

 

Voraussetzungen für die Zeugen

Die Zeugen müssen erwachsene, geistig gesunde volljährig Muslime sein die das gesprochene verstehen können. Entweder zwei Männer oder ein Mann und zwei Frauen.  Es ist weder erforderlich noch abzulehnen, dass die Zeugen Imame (Vorbeter), Gelehrte, oder Vertreter irgendeiner muslimischen Gruppierung sind, oder dass das Bekenntnis in einer Moschee oder zu einer bestimmten Zeit oder zu einem besonderen Anlass gesprochen wird oder sonstige Ehrenvolle Umstände damit in Verbindung zu bringen sind. 

 

 

Darf ein Muslim seine Zeugenschaft verweigern oder verzögern.

Es kommt vor, dass von von denjenigen, die den Islam annehmen wollen, zuerst das Gebet auf arabisch zu erlernen und ein erdachtes Maß an Wissen verlangt wird bevor ihm sein Muslim werden bezeugt (oder eventuell bescheinigt) wird.  Es gibt sogar Fälle wo sich die Zeugen als Prüfer aufspielen und all dies ist unerlaubt und wer die Zeugenschaft (akustisch oder schriftlich) verweigert bzw. solange verzögert bis eine Gebetszeit vorbeigegangen ist, der begibt sich selbst in Richtung Unglauben (außerhalb des Islam). Es gibt außer der Schahaadah nichts was unbedingt notwendig ist um Muslim zu werden. Prüfungen über die Bezeugung hinausgehend, sind daher nicht zulässig; auch dann nicht, wenn man vermutet einen Munaafiq (Heuchler) vor sich zu haben. Wenn einem Muslim die Bestätigung des Islam verzögert oder verweigert, indem er z.B. sagt "Sie müssen erst etwas Arabisch lernen damit sie so "richtig" verstehen und mir zeigen wie sie beten können, so ist dies ein Zeichen von Kufr (Leugnung des Islam). Muslim werden ist eine Gnade Allahs. Wenn aber jemand von sich aus belehrt werden will bevor er die Schahaadah spricht, so soll man dies so lange tun bis er glaubt ausreichend wissen zu haben um die Schahaadah zu sprechen.

 

Der erste Erwachsene, (möge Allah seine mit ihm zufrieden sein) welcher den Islam vor über 1400 Mondjahren in Makkah annahm, tat dies ohne vorgehende Unterweisungen über die verschiedenen Wissensgebiete des Islam und ohne Kenntnis der Konsequenzen und so war dies bei den meisten Muslimen der Anfangszeit. Andererseits ist überliefert, dass sich später die Munafiqiin (Heuchler) in der Stadt Madinah zwecks erhoffter Vorteile den Islam annahmen und der Prophet (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) dies wusste, jedoch die Heuchler nicht aufdeckte bis ihr eigens Verhalten sie entlarvte. 

 

 

Was geschieht wenn ich Muslim werde?

Das Sprechen der kalimatu-sch-schahaadah (Spruch der Bezeugung) ist das Bewahrheiten des Islam vor der muslimischen Gesellschaft, vor den Nichtmuslimen und nicht zuletzt vor sich selbst. Die Nafs (Seele, Ego) versucht damit den Weg der Revolte gegen Allah bewusst zu verlassen; sie hat sich "unterworfen", sie hat inneren Frieden, wenn auch nicht sofort erlangt, so doch in Aussicht,  weil die Überzeugung, dass es keine Macht und Kraft ausser Allah gibt, nunmehr Überzeugung ist. Wenngleich Schaidtaan (Satan, Teufel) die Nafs wegzubringen versuchen wird, so hält sich der Muslim für einen Kampf gegen sich selbst bereit; dieser kampf wurde vom Propheten (der Friede und Segen Allahs sei auf ihm) auch der Grosse Dschihaad genannt.

Wer die Schahaadah mit Bewahrheiten des Herzens spricht, der ist innerlich bereits Muslim noch bevor er das, was für ihn in seinem Herzen schon Realität ist, verbalisiert. Islam setzt Imaan (Glaube) voraus,  welcher durch das Sprechen des Glaubensbekenntnisses erstmals und grundsätzlich manifestiert wird: "laa ilaaha illa-l-llah - muhammadu-r-Rasuulu-l-llah" ( ein Gott aßser Gott und Muhammad ist Sein Gesandter.) Die Bedeutung des kurzen, komprimierten Glaubensbekenntnisses ist sehr umfassend und kommt in  weiteren Kalimaat (Sprüchen) zum Ausdruck. Alles darin Enthaltene anerkennt ein Muslim mit seinem ganzen Herzen. Wer diese Kalimaat kennt und bewahrheitet, der bemerkt leichter wenn falsche Vorstellungen in sein Herzen eindringen wollen und hat einen Schatz in seinem Herzen angelegt und  einen Schutz um sein Herz herum. Sollte ein Muslim seine Unwissenheit oder falsche Sicht in der einen oder anderen Glaubensfrage später feststellen, so wird er das neu zu ihm gelangte oder vielleicht erst später richtig verstandene Wissen  nachträglich in sein Herz aufnehmen und kein Makel ist daran. 

 

Jeder Mensch ist bei seiner Geburt wie ein weißes Blatt, er wird in Fitrah (im natürlichern Zustand) geboren und erst später wird ihm allerhand eingeredet. Das heisst, der islam ist für ihn etrwas natürliches, doch kann man nicht sagen dass er Muslim ist, denn dazu ist die Schaadah nötig. Adam (der Friede und Segen Allahs sei auf ihm), war nicht nur der erste Mensch, sondern auch der erste Prophet und Muslim. Seine Religion war der Islam, das Ergeben Sein in den Göttlichen Willen. Die Bezeichnungen für Islam waren im Lauf der Zeit unterschiedlich und die Praktiken und viele der Gesandten Allahs (der Friede und Segen Allahs sei mit allen). Das arabische Wort muslim bezieht sich auf die Eigenschaft des "ergeben Seins (in den Willen Gottes)" wie ein Blatt im Wind und im übertragenen Sinn: "sich mit dem Gesetz Gottes im Einklang befinden". Insofern ist jedes Tier und jedes Ding "muslim", weil ihnen keine gegen Gottes Gesetz revoltierende Seele geschaffen wurden; also kein freier Wille vorhanden ist. Insofern hat auch Goethe jeden Menschen in einem Gedicht als Muslim erwähnt: ("..." )  

Der verantwortlich gewordene, erwachsene Mensch hat aber im Gegensatz zum Neugeborenen seinen freien Willen entwickelt und er kann sich gegen das Gesetz Allahs zu stellen versuchen obwohl dies nichts am Schicksal (Qadr) ändert, wohl aber ist sein Zustand Kufr (das bewusste Unterwerfen leugnend) im Gegensatz zu Imaan (der Zustand, der in Überzeugung von Allahs Allmacht befindlichen Seele; oft undeutlich mit Glaube übersetzt). Solch einen  Revoltierenden gegen Allah , verlässt zumindest während seiner Revolte gegen Allah der Glaube oder das Licht des Glaubens.

 

 

Was bedeutet Muslim werden bzw. sein? 

Das Wort "Muslim" bezeichnet einen Menschen, dessen Religion Islam ist, also derjenige welcher in seinem Herzen von der Existenz Allahs und Seinen Propheten Muhhammad (der Friede und Segen Allahs seien mit ihm) überzeugt ist (Imaan). "muslim" ist.  "muslim" ist aber auch ein Eigenschaftswort, und bedeutet "ergeben sein"  in Den Willen Des Einzigen Gottes, dessen Name Allah ist. Alle Menschen und Dinge sind zwangsläufig dem Willen ihres Schöpfers untertan, doch mit "muslim sein" wird der absichtliche und freiwillige versuch zur Ergebenheit gemeint. Der Nichtmuslim ist ständig  in hoffnungsloser Revolte gegen Allah , und kann daher den inneren Frieden nicht finden und in das Paradies nicht eingehen; doch weiss (bzw. glaubt) er es nicht. Der Wandel vom Nichtmuslim zum Muslim ist ein gewaltiger ein Schritt, der das ganze Leben innerlich und äusserlich verändert. Nicht jeder erlebt aber diese Änderung im gleichen Masse und nur wenige leben mit voller Intensität wovon ihr Herz überzeugt ist. Die persönlichen Fähigkeiten und Eigenschaften des Nichtmuslims, sein Charakter wird in den Islam mitgebracht. 

 

 

Kann ein Muslim den Islam wider verlassen ?

Jemand der Muslim ist, anerkennt durch das Sprechen des Glaubensbekenntnisses Allah als Einzigen Gott und den Propheten Muhhammad (möge der Friede und Segen Allahs mit ihm sein), als wahren, von Allah gesandten Botschafter (Rasuul),  Prophet (Nabi), welcher das Wort Allahs (Qur'aan) ohne eigene Zugabe verkündet hat. Wird die Religion geleugnet oder in ihrer Bedeutung verdreht, dann ist das der reale Austritt aus dem Islam. 

 

Einen rechtlichen Austritt aus dem Islam gibt es nicht, wenn man von unislamischen Behörden absieht, welche für Islam eigene Regeln erfunden haben. Islam ist ja keine Religion der Wahl, sondern die letzte und einzig noch gültige religion. Islam ist fast das Gegenteil der Institution "Kirche". Es gibt keine Islamische Behörde bei der man sich abmelden könnte. (Auch ist nicht erforderlich, wenn man von Behörden absieht die manchmal Ausweise verlangen. Der Ausweis des Muslim ist jeweils das gesprochene Bekenntnis.)

 

Wessen Herz Imaan verlässt,  dessen Muslim-Seins ist zu Ende und niemand kann es verhindern. Dies Verlassen ist ein innerlicher Vorgang, welcher nach Aussen z.B. durch verleugnen der Existenz Allahs usw., und/oder andere Handlungen zum Ausdruck kommen kann, aber nicht muss. Meist bleibt das Verlassen des Islam unbemerkt, selbst für den Betroffenen. Muhhammad (der Friede und Segen Allahs sei auf ihm) hat dies mit dem Kriechen einer schwarzen Ameise in der schwarzen Nacht verglichen. Die Betroffenen sind sich dessen nicht bewusst, denn mit dem geistig gestorbenen Herzen können sie diesen Vorgang nicht mehr empfinden und fürchten auch nicht mehr das Feuer der Hölle, selbst wenn sie den Qur'aan auswendig gelernt haben und wunderschön rezitieren können.

 

Die Herkunft aus einem sogenannten islamischen Land bedeutet nicht, dass es sich um einen Muslim handelt, also weil seine Eltern Muslim waren und er gewisse Feste feiert. Es kommt vor, dass ein Mensch, der seit Kindheit amtlich als Muslim geführt wird, sogar immer wieder betet, jedoch kein Imaan (Überzeugung des Herzen) hat. Er "glaubt" zwar an seine muslimische Identität, aber seine rituellen Handelungen sind gerbte Kultur, welche zwar vom Islam stark geprägt sein mag und daher auf den ersten Blick die innere Ablehnung des Islam (Allah sei Dank) verschleiert. (Vergleiche die Christen und Weihnachten.) Die "kulturellen Muslime" können bei demjenigen, der Islam neu angenommen hat, tiefe Enttäuschungen auslösen, denn oft hat dann das behauptete keinerlei Wert. Islam ist weder einer bestimmten Kultur noch einer bestimmten Rasse zugehörig. 

 

Sollte ein Muslim den Islam verlassen haben und später seinen Kufr (Leugnung des Islam) eingestehen und bereuen, so muss er den Islam erneut vor Zeugen annehmen um Muslim zu sein.

 

 

Was muss ich als Muslim sofort beginnen?

Solange jemand das Gebet >ssalaah< noch nicht auf arabisch  sprechen kann, beschränkt er sich auf die Bewegungen während des Gebets und wiederholt z.B. die Worte: "Lobpreis sei Allah " (al hamdu-li-llahi) , notfalls aber in seiner Muttersprache. Niemals darf der Muslim jedoch das Gebet unterlassen, weil er es noch nicht auf arabisch kann. Es ist allgemein eine Pflicht, sich um das nötige Wissen für einen Muslim zu bemühen, wie z.B. wie die rituelle Waschung durchgeführt wird oder das rituelle Gebet (ssalaah) in arabischer Sprache, zu erlernen, was je nach Fähigkeit von Nichtarabern in Tagen oder Wochen auswendig gelernt werden.  Siehe Arkaan.

 

 

Beschneidung

Die Beschneidung ist für erwachsene Männer welche Muslime werden keine Pflicht (farḍt)  jdoch eine Sunnah (von Muhhammad , der Friede und Segen Allahs sei mit ihm, empfohlene, gutgeheissene Praxis), die auf den Propheten Ibrahim (der Friede und Segen Allahs sei mit ihm) zurückgeht.  Manche Gelehrte empfehlen erwachsenen Männern, welche Muslime werden, ihre Geschlechtsteile besser dem Blick des Arztes zu entziehen, doch die Mehrheit empfiehlt die Beschneidung.  Von der Beschneidung für Mädchen (afrikanische Sitte) ist nicht empfohlen, war jedoch von Muhhammad (der Friede und Segen Allahs sei mit ihm) geduldet. Die in heutigen Medien berichten Verstümmelungen, welche angeblich von Muslimen praktiziert werden,  sind keineswegs im Islam legitimiert;  lediglich die Freilegung der Klitoris und nicht ihre Entfernung, wurde von einigen Gelehrten als nicht untersagt verstanden. 

 

 

Namensänderung ?

Den Namen zu wechseln wenn man Muslim wird ist keinerlei Pflicht, doch ist es of praktiziert und im Fall eines ungünstig scheinenden Namen eine Empfehlung des Gesandten Allahs (der Friede und Segen Allahs sei mit ihm.) Der Name ist etwas Bedeutendes und begleitet einem das ganze Leben. Wenn man etwa jemand Jakob heisst, so ergäbe es auch keinen Sinn diesen Namen zu ändern, da Jakob (Y'aquub) ohnehin auf den Propheten Y'aquub verweist (der Friede und Segen Allahs sein auf ihm) und ein typisch muslimischer Name ist. wenn aber jemand z.B. 'Christian' oder 'Schiva' heisst, dann wäre eine Namensänderung in Hinblick auf die dadurch zu erwartenden Missverständnisse anzuraten. Viele bevorzugen ein Namensänderung aus Ihrer Liebe zu Allah und wollen auch mit ihren Namen Islam signalisieren. Es wird berichtet, dass der Gesandte Allahs (der Friede und Segen Allahs sein auf ihm) bei manchen seiner Gefährten den Namen geändert hat.  

 

 

Spekulationen

Möglicherweise wirkt die Spekulation über die Vor- oder Nachteile in der weltlichen Zukunft als Hindernis beim Muslimwerden. Die Seele (Selbst, Ego, Nafs) sucht Bequemlichkeiten wo sie nur kann denn es ist möglich, dass solche Bequemlichkeiten gestört werden. So ist der Berauschte wegen des Drogenverbots und die Schöne wegen der Verschleierungsvorschrift vielleicht abgeneigt den Islam zu bezeugen. Doch sicherlich ist es aber besser ein sündiger Muslim zu sein, als ein Nichtmuslim, der auch ohne Rausch auf Dauer das Feuer zur Wohnstatt haben wird; der sündige Muslim lebt jedoch letztlich ins Paradies. 

 

 

ScheinIslam ?

Vermutungen dass jemand auf Grund anderer Beobachtungen als dem Sprechen der schahaadah Muslim sei, hört man immer wieder,  wie z.B. von Goethe und anderer sich zum Islam positiv äussernden Persönlichkeiten. Wenn aber der Betroffene die schahaadah nicht sprach, bzw. dies nicht bezeugt wurde, kann im Sinne der schar'Ia (islamisches Recht) nicht von einem Muslim gesprochen werden, es sei denn, er hat vor der Zeit der Offenbarung des Qur'aan gelebt, wie z.B. die Jünger von Jesus oder Moses (der Friede und Segen Allahs sei auf ihnen), bevor sich die jeweiligen Irrmeinungen in ihre oder ihrer Nachfolger Herzen einschlichen.

 

 

Dokumente 

Ein schriftliches Dokument oder irgendeine Registrierung über das Muslimsein ist keineswegs eine Notwendigkeit, jedoch in Hinblick auf die starke Verkulturung und Säkularisierung des Islam wird dies immer wieder von Österreichern verlangt; nicht so von Muslimen aus Ländern wo Islam schon länger bekannt ist, selbst wenn es offensichtlich ist, dass diese "Muslime" mit Islam nichts zu tun haben. Bei Beantragung eines Visa für die Hhadsch oder bei einer einer Namensänderung oder Heirat kann einem dies (meist von Muslimen produzierte Umstände) ersparen. Es ist auch eine Tatsache, dass Muslime aus sogenannten islamischen Staaten manchmal "Islam-Ausweise" von Muslimen westlicher Länder, verlangen. Es ist auch vorgekommen, dass eine Frau vor einem Mann eine "Gebetsprüfung" mit den dazugehörigen Bewegungen ablegen musste oder, dass schriftliche Bescheinigungen "des Glaubens" mit Prüfungen verbunden wurden, usw. auch wenn die betroffenen schon Jahrelang Muslime waren. Die beschämende Arroganz solcher Personen ist unvorstellbar wenn man es nicht selbst in irgendeiner Form erlebt hat. Alle solche absurden, dekadenten und perversen Erscheinungen sind als psychologischer Notstand gut nachvollziehbar, doch ein trauriges Zeichen der Glaubensschwäche. 

 

 

Möge mir Allah verzeihen wenn ich etwas Fehlerhaftes schrieb oder auf etwas Unverzichtbares vergessen habe. Korrekturen, Hinweise und Ergänzungen nehme ich gerne entgegen. 

 

 

Muhhammad AbuBakr Müller      

 

Oktober 1419 / 1998 

00001_basmallah.htm.


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