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.Ad-Diin  اَل_دِين   Die Religion  اَل_اِسلَام  Al Islaam 


 

 
   

.Religion ist - metaphysisch gesehen - keine Kultur, sondern das, was die Seelen beschäftigt oder: "spirituelle Wahrnehmung des Leben im Kontext der Schöpfung und Offenbarung. Die Religion verändert jedoch Kulturen und manifestiert sich oft so stark in ihnen, dass Religion als Kultur erscheint. So wie Wasser nur in einer Form gehalten werden kann, kann sich auch Religion nur als Kultur manifestieren - also sichtbar werden - doch der Großteil gehört in den Bereich, der für den Menschen unsichtbaren Schöpfung. Anders als Wasser in einem Gefäß, prägt und verändert die Religion Kulturen in einem ständigem Prozess, während metaphysische Dimensionen der Religion unverändert bleibt. Umgekehrt können sich Kulturen essentiell nicht auf die Religion auswirken, sind aber Türen, durch welche sich die Seele eintreten kann. Durch die letzte Offenbarung - der Qur'aan - und die Lebensweise des letzten gesandten Gottes, Muhammad, ist die metaphysische Dimension der Religion in das beste Gewand gekleidet worden und wird seit damals "Ergebenheit in den Willen Gottes" (Islam) genannt, was  auch  Frieden in die Herzen der Ergebenen (Gläubigen) bedeutet. Das Gegenteil ist Revolution, was dauerhafte Unruhe in den Herzen der Revoltierer (Ungläubigen) entstehen lässt. Warum aber ist das alles so?.

 
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"Al Islam" bzw. "die Religion" ist die Bewahrheitung  der Existenz Gottes, der Engel, der Offenbarungen, der Gesandten (Propheten), der Vorbestimmung, der Auferstehung und des Lebens nach dem Tod. Diese Überzeugungen im Herzen zu haben ist Voraussetzung zur Verwirklichung echter Lebensqualität.

 

Der Gesandte Allahs sagte: "Der Islam (die Religion) ist mit einem Podium zu vergleichen, welches fünf Stützen hat: Bezeugung des Islam, die Verrichtung des ßalaah (Ritualgebet), das Geben der Zakah (Pflichtgabe an  Bedürftige), das Fasten (ßaum) im (Monat) Ramadtaan, und die Pilgerreise (Hhadsch) zur Ka'abah (Haus Allahs). Glaube (Imaan) ist die mittlere Stütze und wenn diese entfernt wird, so bricht die Plattform." [Glaube und Bezeugung ist hier identisch.)

 

Islam إسلام bedeutet Ergebenheit in Allah, dem Einzigen Gott und bedeutet die Liebe zu Seinem Gesandten, Muhammad (auf dem der Friede und Segen Allahs sei). Ohne Liebe zu Seinem Gesandten ist die Ergebenheit in Allah unmöglich und der innere Frieden kann sich nicht einstellen. Leugnung des Einzigen Gottes ist hoffnungslose Revolution gegen Denjenigen, der einem geschaffen hat, auch wenn man die Wahrheit zu verscharren sucht. Religion ist auch das Schuldverhältnis zwischen  Schöpfer und Geschaffenem.

 

Die Bedeutung Deen (Religion) bezieht sich einerseits auf die ursprüngliche, wahre Religion die alle Propheten, beginnend mit dem Propheten Adam - Friede mit ihm - bis hin zu Muhammad, der sie letztmalig verkündet hat. Der Islam hat seit Adam verschiedene Oberflächen und unterschiedlichen Namen, war jedoch essentiell immer die Lehre vom selben inneren Frieden durch die selbe Ergebenheit in den Göttlichen Willen und deshalb gibt es seit der letzten Offenbarung - dem Qur'aan - die Bezeichnungen "Al-Islam" (Der Islam) und "Al-Diin" (Die Religion) und diejenigen, die sich zum Islam bekennen, werden Muslime und Gläubige genannt. Anderseits, wird der Begriff Diin (ohne Artikel) im Qur'aan auch für Anhänger früherer Offenbarungen und Irrlehren und deren Lebensweisen verwendet, welche die letzte Offenbarung (dem Qur'aan) zwar formal erreicht hat, aber dies eben als Wahrheit leugnen und deshalb werden sie Kufaar (Ungläubige bzw. Bedecker der Wahrheit) genannt. Im Qur'aan wird zu den Muschrikiin (Götzendienern) gesagt: . ..... لَكُمۡ دِينُكُمۡ وَلِىَ دِين   "lakum diinukum wa lia diin" ("Ihr habt eure Religion, und ich meine Religion").

 

Der wörtliche Ursprung des Begriffs "Religion" mit "religere" ist nicht gesichert und in Europa ist dieser Begriff längst verkulturalisiert und säkularisiert. Daher gibt es unter Muslimen auch die Ansicht, dass das Wort Diin nicht mit "Religion" übersetz werden sollte, doch verknüpfe ich die Begriffe, denn dieses Verständnis ist für Anhänger der demokratischen Religion eine Hilfe, wenn sie sich der Bedeutung des Islam nähern wollen. Der dies schreibt, war früher selbst Anhänger der demokratischen Religion und weiß daher wie klebrig das dazugehörige Gedankegut in der Seele (Nafs) haftet, insbesondere wenn man sich "der Religion" annähern will; meist geschieht dies ja - wenn überhaupt - nur unter der Säkular-Prämisse "Muslime glauben, dass .....".

 

Alle offenbarten Religionen trugen vor ihrem jeweiligen Verfall (z.B. bevor Jesus  - Friede mit ihm - in Rom auch kaiserlich zum Gott gemacht wurde) essentiell die selbe Lehre in sich - wenn auch ihre Interfaces unterschiedlichen waren. Die letztmalige Wiederherstellung "der Religion" oder das letzte Interface dieser essentiell immer gleichen Religion ist "der Islam". Frühere offenbarte Religionen blieben zwar kulturell sehr präsent, ihre spirituelle Realität aber, ist durch Abweichungen wie etwa "Gottes Sohn" zerstört bzw. zum Götzendienst geworden. Manche Juden hingegen haben ihre ursprüngliche Auserwähltheit zur Verbreitung des "Islam" zur rassistischen Auserwähltheit bzw. Selbstverehrung umfunktioniert, ihre Schriften usf.. . Diese Prozesse der Wahrheitsverdrehung liegen über tausend oder mehr Jahre zurück, doch was zählt ist das Resultat.

 

Alle Religionen - ob offenbarte oder früher offenbarte aber nun verfälschte oder konstruierte (Kommunismus, Demokratie, Nationalismus usf.) - können und werden zu diversen Zwecken benützt, denn der Gierige sucht immer seinen Weg, ganz egal in welchem Kontext er sich bewegt. So hat etwa - global betrachtet - wohl noch nie eine Religion gegeben, deren Anhänger im Namen ihrer Religion mehr Morde begangen haben als die Anhänger der demokratische Religion.

 

Muhammad Abu Bakr Müller

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