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 Zionismus     

Zionismus = Antisemitismus

 

 

Vortrag zu Palästina von Joseph Massad*

 

https://www.youtube.com/embed/sqtnY3aYuOo

 

 

Übersetzung:   http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=19072

Die Letzten der Semiten
Palästinenser leisten unerschütterlichen Widerstand gegen den Antisemitismus

Von Professor Joseph Massad

Die hier folgende Rede hat Professor Joseph Massad am 5. Mai auf der zweiten Palästina-Solidaritätskonferenz in Stuttgart gehalten. Sie wurde danach, am 14.5., von Al Jazeera veröffentlicht. Am 19.5. fiel dieser Text, einer der meistgelesenen bei Al Jazeera, nach heftigen zionistischen Reaktionen der politischen Zensur des wahhabitischen Diktators von Qatar, Hamad bin Jassim bin Jabr Al-Thani, zum Opfer. Wir haben die von Ken Jebsen organisierte Übersetzung dieses wichtigen Textes mit Dank von http://www.linkezeitung.de übernommen. – Die Redaktion 


Jüdische Gegner des Zionismus verstanden von Anfang an, dass diese Bewegung genau die Prinzipien des Antisemitismus verinnerlicht hatte, die von nicht-jüdischen Europäern unter der „Jüdischen Frage“ zusammengefasst wurden. Was antizionistische Juden aber masslos ärgerte, war die Tatsache, dass Zionisten sich auch bei der „Lösung“ der „Jüdischen Frage“ einig waren mit dem, was Antisemiten immer verfochten hatten, nämlich der Ausweisung aller Juden aus Europa.

Die Protestantische Reformation hatte durch die Wiederentdeckung der Hebräischen Bibel zeitgenössische, europäische Juden mit den antiken Hebräern aus Palästina verknüpft. Diese Verknüpfung wurde von den Philologen des 18. Jahrhunderts durch die Entdeckung der „semitischen“ Sprachenfamilie untermauert, die Hebräisch und Arabisch mit einschliesst. Während millenaristische Protestanten (1) darauf bestanden, dass zeitgenössische Juden als Nachkommen der antiken Hebräer Europa verlassen müssen, um die Wiederkunft des Herrn zu beschleunigen, führten philologische Entdeckungen dazu, zeitgenössische Juden als „Semiten“ zu bezeichnen. Diesem Gedanken folgend war es für Biologen des 19. Jahrhunderts kein großer Sprung, durch Anwendung von Rasse- und Vererbungsgesetzen zeitgenössische Juden als rassische Nachkommen antiker Hebräer zu erklären.

 

Weltliche Europäische Köpfe stützten sich auf jene Verknüpfungen, die antijüdische, protestantische Millenaristen hergestellt hatten, als das von ihnen erkannte politische Potential, das darin lag, Juden nach Palästina zurückzuführen, ein Potential, von dem das 19. Jahrhundert nur so strotzte. Diese weltlichen Politiker, von Napoleon Bonaparte, über den Britischen Aussenminister Lord Palmerston (1785 – 1865), bis zu Ernest Laharanne, dem Privatsekretär von Napoleon III. in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts, waren weniger daran interessiert, die Wiederkunft des Herrn zu beschleunigen, sondern sahen die Chance, die darin lag, Juden aus Europa zu vertreiben, um sie als Erfüllungsgehilfen des europäischen Imperialismus in Asien einzusetzen. Diese Vision sollte von vielen „Antisemiten“ unterstützt werden. „Antisemit“ war ein neuer Begriff, der von europäischen, antijüdischen Rassisten seit seiner Erfindung durch einen Wiener Journalisten, Wilhelm Marr, gewählt worden war. „Der Sieg des Judaismus über den Germanismus“ war der Titel des von Marr veröffentlichten politischen Programms. Religiöser Antisemitismus, die historische Basis des Hasses der Christen auf Juden, wurde von Marr sorgsam abgekoppelt, während er gleichzeitig betonte, dass Unterschiede zwischen Juden und Ariern in Übereinstimmung mit den Theorien des 19. Jahrhunderts rigoros auf die Rasse reduziert werden müssten.

 

Die Assimilation der Juden in die Europäische Kultur

 

Wissenschaftlich arbeitende Antisemiten bestanden darauf, dass sich Juden von christlichen Europäern unterscheiden. Dass Juden faktisch keine Europäer sind, und dass ihre blosse Anwesenheit in Europa die Ursache für den Antisemitismus ist. Die Tatsache, dass Juden für europäische Christen ein so großes Problem darstellten, wurde zurückgeführt auf ihre angebliche Wurzellosigkeit und auf die Tatsache, die sie kein eigenes Land hätten und somit auch keine heimatgebundene Loyalität. Während der romantischen Ära des europäischen Nationalismus argumentierten Antisemiten, dass Juden nicht den neuen nationalen Konfigurationen entsprächen und die nationale und rassische Reinheit zerrütten würden, die dem Nationalismus der meisten Europäischen Nationen zugrunde liegt. Deshalb würden Juden entsprechend der Argumentation von Antisemiten nur für Feindseligkeit zwischen christlichen Europäern sorgen, wenn sie in Europa blieben. Die einzige Lösung bestand für Juden darin, Europa zu verlassen und ein eigenes Land zu haben. Es ist unnötig zu erwähnen, dass religiöse und weltliche Juden diese entsetzliche, antisemitische Gedankenkette ablehnten. Orthodoxe und reformierte Juden, sozialistische und kommunistische Juden, weltbürgerliche und kulturell jiddische Juden, alle waren sich einig, dass es sich um eine gefährliche und feindselige Ideologie handelt, die darauf abzielt, Juden aus ihrer europäischen Heimat zu vertreiben.

 

Die jüdische Haskalah oder Aufklärung, die auch im 19. Jahrhundert aufkam, bemühte sich um Assimilation der Juden in die weltliche, nichtjüdische Kultur und darum, die eigene jüdische Kultur abzulegen. Die Haskalah versuchte, die Hegemonie der orthodoxen, jüdischen Rabbis der „Ostjuden“ des osteuropäischen „Shtetl“ zu brechen und zugunsten der modernen, säkularen Kultur der europäischen Christen das abzulegen, was als „mittelalterliche“ jüdische Kultur wahrgenommen wurde. Reformierter Judaismus, als christlich-protestantische Variante des Judaismus, entsprang dem Schoss der Haskalah. Dieses Assimilationsprogramm strebte die Integration der Juden in die europäische Moderne an und nicht die Vertreibung aus der europäischen Geographie.

 

Als die Bewegung des Zionismus anderthalb Dekaden nach der Veröffentlichung des antisemitischen Programms von Marr in Gang kam, erklärte sie all diese antijüdischen Ideen, einschließlich der Thesen von wissenschaftlich arbeitenden Antisemiten, für allgemein gültig. Für Zionisten waren Juden „Semiten“ und somit Nachkommen der antiken Hebräer. In seinem Grundlagenpamphlet „Der Judenstaat“ erklärte Herzl, dass es die Juden sind und nicht die Christen, die den Antisemitismus verursachen, und „dorthin, wo er nicht existiert (der Antisemitismus), wird er von Juden im Laufe der Migration hingebracht“. Er schrieb sogar: „Die unglücklichen Juden tragen nun den Samen des Antisemitismus nach England, in Amerika haben sie ihn schon eingeführt“; dass die Juden eine „Nation“ seien, die Europa verlassen sollen, um ihre nationale Einheit in Palästina oder Argentinien wieder herzustellen; dass Juden europäischen Christen kulturell nacheifern sollten und ihre lebendigen Sprachen und Traditionen zugunsten von modernen europäischen Sprachen oder einer wieder hergestellten historischen, nationalen Sprache aufgeben sollten. Herzl war dafür, dass die Juden die deutsche Sprache übernehmen, während die Osteuropäischen Zionisten Hebräisch bevorzugten. Nach Herzl erklärten sich Zionisten damit einverstanden und unterstützten sogar den Gedanken, dass Juden sich durch Rassenmerkmale von Ariern unterscheiden. Was Jiddisch anging, die lebendige Sprache der meisten europäischen Juden: Alle Zionisten waren sich einig, dass diese Sprache aufgegeben werden sollte.

 

Die Mehrheit der Juden lehnte den Zionismus weiterhin ab und verstand dessen Grundlagen als die des Antisemitismus und als eine Fortsetzung dessen, was die Haskalah anstrebte, nämlich die jüdische Kultur aufzugeben und sich in die weltliche, nichtjüdische Kultur zu assimilieren, nur dass der Zionismus dies nicht innerhalb Europas anstrebte, sondern an einem anderen geographischen Ort, nachdem die Juden aus Europa vertrieben wurden. Der Bund, oder die „allgemeine jüdische Arbeiter Union“ die in Litauen, Polen und Russland im frühen Oktober 1887, nur wenige Wochen nach der Versammlung des ersten Zionistischen Kongresses in Basel von Vilna gegründet wurde, sollte der unerschütterlichste Feind des Zionismus werden. Der Bund trat der schon existierenden antizionistischen Koalition orthodoxer und reformierter Rabbis bei, die nur wenige Monate zuvor ihre Kräfte gebündelt hatten, um Herzl davon abzuhalten, seinen ersten Zionistischen Kongress in München abzuhalten, und ihn dazu zwangen, den Kongress nach Basel zu verlegen. Der jüdische Antizionismus, der über Europa und die Vereinigten Staaten weit verbreitet war, wurde von der Mehrheit der Juden unterstützt, die den Zionismus weiterhin als eine antijüdische Bewegung verstanden. Bis in die Vierziger Jahre.

 

Die antisemitische Kette prozionistischer Enthusiasten

 

Nachdem Herzl erkannt hatte, dass sein Plan für die Zukunft der Juden sich mit dem der Antisemiten deckte, schloss er schon früh ein strategisches Bündnis mit antisemitischen Kräften. Im „Judenstaat“ erklärte er:

„Die Regierungen aller vom Antisemitismus gegeisselten Länder werden brennend daran interessiert sein, unsere Bemühungen um eigene Souveränität zu unterstützen.“

Er fügte hinzu, dass „nicht nur arme Juden“ ihren Beitrag zum Immigrationsfonds für europäische Juden leisten würden, sondern auch „Christen, die sie los werden möchten“. Herzl sah keinen Grund sich zu entschuldigen als er seinem Tagebuch anvertraute:

„Die Antisemiten werden unsere verlässlichsten Freunde, die antisemitischen Länder unsere Alliierten“.

 

Als Herzl sich ab 1903 mit berühmt-berüchtigten Antisemiten traf, wie dem russischen Innenminister Vyacheslav von Plehve, der die antijüdischen Pogrome in Russland geleitet hatte, handelte es sich um bewusst angestrebte Allianzen. Es war kaum ein Zufall, dass sie auch den antisemitischen Lord Balfour einschlossen, der als britischer Premierminister den „Government's Aliens Act“ überwachte, der osteuropäischen Juden auf der Flucht vor den russischen Pogromen die Einreise nach England verweigerte, um das Land, in seinen Worten, vor „unbestrittenen Übeln“ einer hauptsächlich jüdischen Immigrationswelle zu schützen.

 

Balfours berüchtigte Erklärung von 1917, die Palästina zum „nationalen Zuhause“ des „jüdischen Volkes“ erklärte, wurde unter anderem entworfen, um die jüdische Unterstützung der russischen Revolution zu drosseln und den Strom weiterer ungewollter jüdischer Immigranten nach Grossbritannien einzudämmen.

 

Die Nazis waren keine Ausnahme in dieser Kette antisemitischer und prozionistischer Enthusiasten. Zionisten trafen sogar schon sehr früh Vereinbarungen mit Nazis. 1933 wurde die berüchtigte Transfer-Vereinbarung (Ha'avara) von Zionisten und der Nazi-Regierung unterschrieben, die den Transfer deutscher Juden und ihres Vermögens nach Palästina unterstützte und den internationalen jüdischen Boykott brach, der von amerikanischen Juden gegenüber Nazideutschland ausgerufen worden war. In diesem Geist waren Gesandte nach Palästina entsandt worden um über die Erfolge der jüdischen Kolonisation des Landes zu berichten. Adolf Eichmann kehrte 1937 von seiner Reise nach Palästina mit fantastischen Geschichten zurück, über die Errungenschaften des rassisch separatistischen Ashkenazi Kibbutz, den er als Gast der Zionisten auf dem Mount Carmel besucht hatte.

 

Trotz überwältigender Opposition von Seiten der meisten deutschen Juden war der zionistische Bund Deutschlands die einzige jüdische Gruppe, die den Nürnberger Gesetzen von 1935 zustimmte, nachdem er sich mit den Nazis einig war, dass Juden und Arier unterschiedliche und somit zu unterscheidende Rassen waren. Die Unterstützung war keine Taktik, sondern stützte sich auf ideologische Gemeinsamkeiten. Ursprünglich bedeutete die "Endlösung" der Nazis die Umsiedlung nach Madagaskar. Dieses gemeinsame Ziel, nämlich die Juden als eigene, unassimilierbare Rasse aus Europa auszusiedeln, hatte von Anfang an eine Basis der Verbundenheit zwischen Nazis und Zionisten geschaffen.

 

Während die Mehrheit der Juden den Zionismus weiterhin ablehnt, aufgrund seiner antisemitischem Grundgedanken, aber auch wegen seiner Allianzen mit Antisemiten, ermordete der Genozid der Nazis nicht nur 90 Prozent aller europäischen Juden, sondern gleichzeitig auch die meisten jüdischen Gegner des Zionismus, die genau deshalb starben, weil sie sich weigerten, dem Ruf der Zionisten zu folgen, der Aufforderung, ihr Zuhause und ihr Land zu verlassen.

 


UN-Teilungsplan für Palästina von 1947

Quelle: Wikipedia

Auch nach dem Krieg konnte der Schrecken des jüdischen Holocaust die Unterstützung europäischer Länder für das antisemitische Programm des Zionismus nicht beenden. Im Gegenteil, diese Länder teilten ihr Faible für den Zionismus mit den Nazis. Ihre Ablehnung beschränkte sich lediglich auf den Völkermord der Nazis. Europäische Länder weigerten sich gemeinsam mit den Vereinigten Staaten, Hundertausende Überlebende des Holocaust aufzunehmen. Vielmehr stimmten diese Länder gegen eine UN-Resolution, die von den arabischen Staaten 1947 eingereicht worden war und diese Länder dazu aufforderte jüdische Überlebende aufzunehmen. Dennoch unterstützten genau diese Länder den Partition (Teilungs-)Plan der United Nations vom November 1947, um einen jüdischen Staat in Palästina zu errichten, in den diese Flüchtlinge ausgewiesen werden konnten.  

 

Die prozionistische Politik der Nazis

 

Die Vereinigten Staaten und europäische Länder, Deutschland eingeschlossen, setzen diese prozionistische Politik der Nazis fort. Deutschlands Nachkriegs-Regierungen gaben vor, eine neue Seite im Buch ihrer Beziehung zu den Juden aufzuschlagen, aber die Realität sah anders aus. Seit Gründung des Landes nach dem zweiten Weltkrieg hat jede westdeutsche Regierung (und jede Regierung seit der Wiedervereinigung von 1990) die prozionistische Politik weiterhin unvermindert unterstützt. Es gab niemals einen Bruch mit dem Pro-Zionismus der Nazis. Gebrochen wurde nur mit dem völkermordenden Rassenhass auf Juden, dem sich die Nazis verschrieben hatten, nicht aber mit dem Anliegen, die Juden lieber in Asien zu sehen, wo sie ihr eigenes Land errichten sollten, weit weg von Europa. Die Deutschen deklarierten sogar einen Grossteil der Zahlungen nach Israel als Kostenausgleich für die Umsiedlung europäischer jüdischer Flüchtlinge in das Land.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg gab es in den Vereinigten Staaten und in Europa einen neuen Konsens, der Juden posthum kulturell als weiße Europäer integrierte, und zudem besagte, dass die Abscheulichkeit des jüdischen Holocaust darin bestand, dass weiße Europäer ermordet worden waren. In den sechziger Jahren begann Hollywood damit, die jüdischen Opfer der Nazis in Filmen über den Holocaust als weiße, christlich aussehende, der Mittelklasse angehörende, gebildete und talentierte Menschen zu zeigen, die heutigen europäischen und amerikanischen Christen nicht unähnlich sind, weil die Zuschauer sich identifizieren sollten und dies auch taten. Würden diese Filme die verarmte, religiöse Bevölkerung von Osteuropa zeigen, (und die meisten osteuropäischen Juden, die von den Nazis ermordet wurden, waren arm und viele waren religiös) dann würden heutige, europäische Christen keine Gemeinsamkeiten finden. Demnach basiert die nachträgliche Abscheu europäischer Christen vor dem Völkermord an europäischen Juden nicht auf einer Abscheu vor dem Abschlachten von Millionen von Menschen, die sich von europäischen Christen unterscheiden, sondern auf der Abscheu vor dem Mord an Millionen von Menschen, die gleichbedeutend mit europäischen Christen waren. Das erklärt, warum es in einem Land wie den Vereinigten Staaten, das nichts mit dem Abschlachten europäischer Juden zu tun hat, über 40 Holocaust-Mahnmale und ein führendes Museum für die ermordeten Juden Europas gibt, aber nicht eines für Opfer des Holocaust, den die USA zu verantworten haben, den Völkermord an amerikanischen Ureinwohnern und an Amerikanern afrikanischer Abstammung.

 

Aimé Césaire war mit diesem Prozess vertraut.(2) In seinem berühmten Diskurs über Kolonialismus bestätigte er die retrospektive Sicht europäischer Christen in Bezug auf die Nazizeit:

"Es ist Grausamkeit, aber die Krönung der Grausamkeit, die alle anderen täglichen Grausamkeiten zusammenfasst: Dass es Nazismus war, ja, dass sie (die Europäer) aber, bevor sie Opfer wurden, Komplizen waren; und dass sie den Nazismus tolerierten, bevor er sich gegen sie wendete; dass sie ihn gewähren ließen, ihre Augen vor ihm schließen, ihn legitimierten, weil er bis dahin nur auf nichteuropäische Völker angewandt worden war; dass sie den Nazismus kultiviert haben, dass sie für ihn verantwortlich sind, und dass es, schon bevor die gesamte westliche, christliche Zivilisation in blutrot gefärbten Flüssen versank, aus jedem Riss sickerte, tropfte und triefte."

 

Dass Césaire in den Kriegen der Nazis und im Holocaust einen nach Innen gewandten Kolonialismus sah, ist wahr. Seit Naziopfer zu weißen Menschen rehabilitiert wurden, führt Europa in Komplizenschaft mit Amerika die Nazipolitik weiter, indem sie nicht-weiße Menschen global mit dem Schrecken des Krieges heimsuchen, in Korea, in Vietnam und Indochina, in Algerien, in Indonesien, in Zentral- und Südamerika, in Zentral- und Süd-Afrika, in Palästina, im Irak und in Afghanistan.

 

Die Rehabilitation der europäischen Juden nach dem zweiten Weltkrieg wurde als entscheidender Faktor von der amerikanischen Propagandamaschine im kalten Krieg genutzt, mit dem amerikanische Wissenschaftler und Ideologen die Theorie des „Totalitarismus“ entwickelten, die den Kommunismus der ehemaligen Sowjet-Union mit der Naziherrschaft gleichsetzt. Europäische Juden als Opfer eines totalitären Regimes wurden Teil des Gräuelkabinetts, von dem die amerikanische und westeuropäische Propaganda behauptete, dass sie den Gräueltaten entspricht, die dem Sowjet-Regime in Vor- und Nachkriegszeiten unterstellt wurden. Israel springt mit auf diesen Zug und bezichtigt die Sowjets des Antisemitismus, weil jüdischen Sowjet-Bürgern das Recht auf Ausreise nach Israel verweigert wurde. Das ist Teil der Propaganda.

 

Der weißen Vorherrschaft bindend verpflichtet

 

Auf diese Weise wurde der Anspruch der weißen Vorherrschaft bewahrt, nur dass sie jetzt auch Juden als „weiße“ Menschen mit einbezieht und das, was dann unter dem Begriff der jüdisch-christlichen Kultur zusammengefasst wird. Diese Politik Europas und Amerikas nach dem zweiten Weltkrieg, die weiterhin inspiriert und diktiert wurde von Rassismus gegen amerikanische Ureinwohner, gegen Afrikaner, Asiaten, Araber und Muslime, die weiterhin das zionistische, antisemitische Programm unterstützte, nämlich Juden in einem kolonialen Siedlerstaat weit weg von Europa ins „weiß-sein“ zu assimilieren, diese Politik ist eine direkte Fortsetzung der antisemitischen Politik, die dem Krieg vorausgegangen war. Nur, dass sich viel von dem antisemitischen, rassistischen Gift nun gegen Araber und Muslime wendet (diejenigen, die als Immigranten und Bürger in Europa oder in den Vereinigten Staaten leben, als auch bei denen in Asien und Afrika) während die ehemalige antisemitische Unterstützung des Zionismus unvermindert andauert.  

 

Die Allianz, die Deutschland mit Israel nach dem zweiten Weltkrieg einging, die Israel in den Fünfziger Jahren riesige Wirtschaftshilfen zukommen liess und seit den Sechziger Jahren auch militärische Unterstützung, die jene Panzer einschliesst, mit denen Palästinenser und Araber ermordet wurden, diese Allianz ist ein Fortführen der Vereinbarung, die von der Naziregierung und den Zionisten in den Dreissiger Jahren unterschrieben wurde. Westdeutschland unterstützte die Militärausbildung der Soldaten in Israel, und seit den Siebzigern wird Israel mit nuklearfähigen deutschen U-Booten versorgt, mit denen Israel noch mehr Araber und Muslime zu ermorden hofft. In den letzten Jahren hat sich Israel mit neuesten U-Booten aus deutscher Lieferung bewaffnet, atomar bestückt mit Cruise-Missiles, eine Tatsache, die der amtierenden Regierung wohlbekannt ist. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak sagte 2012 gegenüber dem Spiegel dass die Deutschen „stolz“ darauf sein sollten, dass sie die Existenz des Staates Israel „für viele Jahre“ gesichert haben. Berlin finanzierte ein Drittel der Kosten für die U-Boote, um die € 135 Millionen ($ 168 Millionen) pro U-Boot, und hat Israel eine Stundung der Zahlung bis 2015 eingeräumt. Dass Deutschland dadurch zum Komplizen wird bei der Enteignung der Palästinenser, scheint die amtierende Regierung genausowenig zu berühren wie den deutschen Kanzler Konrad Adenauer, der in den Sechziger Jahren bestätigte, dass die Bundesrepublik weder das Recht noch die Verantwortung habe, eine Position zu Flüchtlingen aus Palästina einzunehmen. 

 

Dies muss zu dem massiven Fluss an Milliarden addiert werden, der von Deutschland als Kompensation für den Holocaust an die Regierungen von Israel strömt, so als wären Israel und der Zionismus Opfer der Nazis gewesen, und nicht die Antizionisten, die tatsächlich durch die Nazis den Tod fanden. Die amtierende deutsche Regierung kümmert es nicht, dass sogar deutsche Juden, die vor den Nazis fliehen konnten und in Palästina landeten, den Zionismus und sein Projekt hassten und dafür von den zionistischen Siedlern in Palästina ebenfalls gehasst wurden. Als sich deutsche Flüchtlinge in den Dreissiger- und Vierziger Jahren in Palästina weigerten, Hebräisch zu lernen und ein halbes Dutzend deutscher Zeitungen im Land veröffentlichten, wurden sie von der hebräischen Presse, einschließlich der Haaretz attackiert, die 1939 die Schliessung ihrer Zeitung verlangte und diese Forderung 1941 wiederholte. Zionistische Kolonisten griffen ein Café an, das in Tel Aviv in deutscher Hand war, weil die Besitzer sich weigerten Hebräisch zu sprechen, und die Stadtverwaltung von Tel Aviv drohte im Juni 1944 deutsch-jüdischen Anwohnern der Allenby Street 21 Klage an, wegen „Veranstaltung von Partys und Bällen“ in ihrer Wohnung, „auf denen ausschließlich deutsch gesprochen wird, und die Programmpunkte beinhalten, die dem Geist unserer Stadt fremd sind“, und dass dies „in Tel Aviv nicht toleriert wird“ Deutsche Juden, die als Yekkes im Yishuv bekannt waren, organisierten sogar eine Feier am Geburtstag des Kaisers im Jahre 1941.(3)

 

Zählen Sie dann noch die Unterstützung Deutschlands für die Politik Israels gegen Palästina bei der UN hinzu, fügt sich das Bild zusammen. Sogar das neue Holocaust-Mahnmal in Berlin, das 2005 eröffnet wurde, führt die Rassentrennungspolitik der Nazis fort, weil dieses „Mahnmal für die ermordeten Juden Europas“ nur für jüdische Opfer der Nazis steht, die noch heute, so wie Hitler es verfügte, streng von den anderen Millionen Nicht-Juden abgesondert werden müssen, die ebenfalls Opfer des Nazismus wurden. Dass eine Tochterfirma der Degussa, die mit den Nazis zusammen gearbeitet und Zyklon B produziert hatte, mit dem Menschen in Gaskammern ermordet wurden, nun für die Errichtung des Mahnmals unter Vertrag genommen wurde, war nicht überraschend, da es Ausdruck der Reue derer ist, die in den Dreissiger- und Vierziger Jahren in Deutschland Juden ermordeten, aber Juden heute als weiße Europäer verstehen, die niemals hätten getötet werden dürfen, weil sie weiß sind. Die deutsche Politik, die Israels Morden an Palästinensern Vorschub leistet, ist diesem Antisemitismus hingegen gar nicht so unverwandt, der noch heute, als aktuell vorherrschender Anti-Islam-Rassismus der Deutschen fortbesteht und sich gegen muslimische Immigranten wendet.

 

Euro-amerikanische antijüdische Tradition

 

Der jüdische Holocaust ermordete die Mehrheit der Juden, die mit dem europäischen Antisemitismus und dem Zionismus gerungen und gegen ihn gekämpft hatten. Mit ihrem Tod besteht der letzte, noch lebende Rest von „Semiten“, die noch heute gegen Zionismus und Antisemitismus kämpfen, aus dem Volk der Palästinenser. Während Israel darauf besteht, dass europäische Juden nicht nach Europa gehören und nach Palästina kommen müssen, haben die Palästinenser immer insistiert, dass die Heimat der europäischen Juden die europäischen Herkunftsländer sind und nicht Palästina, und dass die Kolonialpolitik der Zionisten ihren Ursprung im Antisemitismus hat. Während Zionisten darauf bestehen, dass die Juden einer anderen Rasse angehören als europäische Christen, bestehen die Palästinenser darauf, dass europäische Juden nichts weiter sind als Europäer, und mit Palästina, seinem Volk oder seiner Kultur nichts zu tun haben. Israel hat zusammen mit seinen amerikanischen und europäischen Alliierten über die letzten sechseinhalb Dekaden versucht, die Palästinenser vom Antisemitismus zu überzeugen, davon, dass sie, genau wie die Nazis, Israel und seine westlichen, antisemitischen Alliierten daran glauben müssen, dass die Juden einer Rasse angehören die sich von europäischen Rassen unterscheidet, dass Palästina ihr Land ist und dass Israel im Namen aller Juden spricht. Die zwei größten amerikanischen Pro-Israel-Wählerblocks bestehen aus millenaristischen Protestanten und weltlichen Imperialisten, die genau die gleiche Euro-Amerikanische, antijüdische Tradition fortführen, die bis zur Reformation der Protestanten und zum Imperialismus des 19. Jahrhunderts zurückreichen. Aber die Palästinenser sind nicht zu überzeugen und leisten unerschütterlichen Widerstand gegen den Antisemitismus.

 

Israel und seine antisemitischen Alliierten beteuern, dass Israel das „jüdische Volk“, dass seine Politik „jüdische Politik“, dass seine Errungenschaften „jüdische Errungenschaften“ und dass seine Verbrechen „jüdische Verbrechen“ seien. Somit hat jeder, der es wagt, Israel zu kritisieren, alle Juden kritisiert und muss somit ein Antisemit sein. Das Volk der Palästinenser kämpft gegen diese antisemitische Verhetzung an. Die Palästinenser versichern ihrerseits, dass die Regierung von Israel nicht für alle Juden spricht, dass die kolonialen Verbrechen gegen das Volk der Palästinenser die Verbrechen Israels sind und nicht die des „jüdischen Volkes“, und dass Israel daher für seine anhaltenden Verbrechen gegen das Volk von Palästina kritisiert, verurteilt und strafrechtlich verfolgt werden muss. Diese Position der Palästinenser ist nicht neu, sondern wurde schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts vertreten und in der Vorkriegszeit des zweiten Weltkriegs im Kampf gegen den Zionismus weiter verfolgt. Die Rede von Yasser Arafat an die UN aus dem Jahr 1974 unterstreicht all diese Punkte vehement:

 

Genau so achtlos wie die Kolonialpolitik die Elenden, die Armen und die Ausgebeuteten lediglich als träge Masse nutzte um Kolonien zu bauen und zu besiedeln, so wurden auch notleidende und unterdrückte europäische Juden im Auftrag des Welt-Imperialismus und der zionistischen Führer benutzt. Europäische Juden wurden zu Instrumenten der Aggression gemacht; sie wurden zu jenen Elementen der Kolonialpolitik, die aufs Engste mit Rassendiskriminierung verbunden sind... Die Theologie der Zionisten wurde genutzt gegen das Volk der Palästinenser: Die verfolgte Absicht bestand nicht nur im Aufbau einer westlichen Siedlungs- und Kolonialpolitik, sondern auch darin, die Juden von ihren diversen Herkunftsländern abzutrennen und sie dann ihrer Heimatnation zu entfremden. Der Zionismus ist mit dem Antisemitismus durch seine rückschrittlichen Lehren vereint und letztendlich nur die Rückseite der gleichen Medaille. Wenn vorgeschlagen wird, dass Anhänger des jüdischen Glaubens, unabhängig vom Wohnort, weder der Heimat Treue schulden, noch auf Augenhöhe mit nichtjüdischen Mitbürgern umgehen, wenn das vorgeschlagen wird, dann wird Antisemitismus vorgeschlagen. Wenn vorgeschlagen wird, dass die einzige Lösung für das jüdische Problem darin besteht, dass sich Juden aus Gemeinden und Nationen ausgrenzen, denen sie ein historischer Teil sind, wenn vorgeschlagen wird, dass Juden das jüdische Problem durch Immigration lösen und dadurch, dass sie das Land eines anderen Volkes gewalttätig besiedeln – wenn das geschieht, dann wird genau die gleiche Position vertreten mit der die Juden von Antisemiten genötigt wurden.

 

Israels Behauptung, dass seine Kritiker Antisemiten sein müssen, setzt voraus, dass diese Kritiker an das glauben, was Israel für sich beansprucht, nämlich „das jüdische Volk“ zu repräsentieren. Indem Israel sich anmasst, alle Juden zu repräsentieren und für alle Juden zu sprechen, stellt es einen Anspruch, der an Antisemitismus durch nichts zu überbieten ist.

 

Heute gibt es Bestrebungen von Westmächten und innerhalb Israels, den Antisemitismus zu einem internationalen Prinzip zu erheben, getragen von völligem Konsens als Ziel. Um Frieden im Mittleren Osten zu schaffen, beharren sie darauf, dass Palästinenser, Araber und Muslime, genau wie der Westen, zu Antisemiten werden müssen, die den Zionismus unterstützen und die antisemitischen Ansprüche Israels anerkennen. Mit Ausnahme der diktatorischen arabischen Regime und der Palästinensischen Behörde samt Komplizen, weigern sich das Volk Palästinas und die wenigen überlebenden antizionistischen Juden an diesem 65. Jahrestag der antisemitischen Eroberung Palästinas durch Zionisten - Palästinensern als Nakba bekannt - noch immer, diesem internationalen Aufruf und der Anstiftung zum Antisemitismus zu folgen. Sie bekräftigen, dass sie, als die Letzten der Semiten, Erben der Juden und Palästinenser sind, die sich schon vor dem zweiten Weltkrieg gegen den Antisemitismus und seine zionistische, koloniale Manifestation gesträubt haben. Nur ihr Widerstand steht dem Endsieg des europäischen Antisemitismus im Weg, im Mittleren Osten und dem Rest der Welt. (PK)

 

(1) Millenarismus (v. lat.: millennium „Jahrtausend“) bezeichnet laut wikipedia "den Glauben an die Wiederkunft Jesu Christi und das Aufrichten seines tausend Jahre währenden Reichs (genannt "tausendjähriges Reich" oder "tausendjähriges Friedensreich"), manchmal mit Israel als politisch und religiös dominierender Weltmacht".

(2) Aimé Fernand David Césaire (* 26. Juni 1913 in Basse-Pointe, Martinique; † 17. April 2008 in Fort-de-France) war ein afrokaribisch-französischer Schriftsteller, Kolonialismuskritiker und Politiker.

(3) Dieses und andere Details über deutsche, jüdische Flüchtlinge in Palästina im Buch von Tom Segev „The Seventh Million“

 

 

Professor Joseph Massad (50) unterrichtet zeitgenössische arabische Politik und Geistesgeschichte an der Columbia Universität in New York. Er ist u.a. Autor von "The Persistence of the Palestinian Question: Essays on Zionism and the Palestinians."

 


Online-Flyer Nr. 407  vom 22.05.2013

 

[Bemerkung: In diesem Vortrag existierten Palästinenser nur ohne Islam. Die anhaltende Etablierung Israels wurde einst durch die Vermenschlichung Allahs (heute auch als "politscher Islam" bekannt) - womit auch das formell noch betshende Khalifat angeschafft wurde -  ermöglicht. Wie dem auch immer sei, oder wer den Zusammenhang versteht oder nichts - solange säkulare Selbstdarstellungen vorherrschen, steht die Rückgewinnung des "geraubten Landes" auf tönernen Beinen, denn es sind ja die Zionisten, welche das säkulare Weltbild in den Mainstream-Medien produzieren und bestimmen.  Muhammad Abu Bakr]

 


 

The last of the Semites

14 May 2013   Source: Al Jazeera

 

Joseph Massad is Associate Professor of Modern Arab Politics and Intellectual History at Columbia University and teaches Modern Arab Politics and Intellectual History at Columbia University in New York. He is the author of The Persistence of the Palestinian Question: Essays on Zionism and the Palestinians.

 

It is Israel's claims that it represents and speaks for all Jews that are the most anti-Semitic claims of all.

 

"The Jewish holocaust killed off the majority of Jews who fought and struggled against European anti-Semitism, including Zionism," writes Joseph Massad [AFP]

 

Jewish opponents of Zionism understood the movement since its early age as one that shared the precepts of anti-Semitism in its diagnosis of what gentile Europeans called the "Jewish Question". What galled anti-Zionist Jews the most, however, was that Zionism also shared the "solution" to the Jewish Question that anti-Semites had always advocated, namely the expulsion of Jews from Europe. 

It was the Protestant Reformation with its revival of the Hebrew Bible that would link the modern Jews of Europe to the ancient Hebrews of Palestine, a link that the philologists of the 18th century would solidify through their discovery of the family of "Semitic" languages, including Hebrew and Arabic. Whereas Millenarian Protestants insisted that contemporary Jews, as descendants of the ancient Hebrews, must leave Europe to Palestine to expedite the second coming of Christ, philological discoveries led to the labelling of contemporary Jews as "Semites". The leap that the biological sciences of race and heredity would make in the 19th century of considering contemporary European Jews racial descendants of the ancient Hebrews would, as a result, not be a giant one. 

Basing themselves on the connections made by anti-Jewish Protestant Millenarians, secular European figures saw the political potential of "restoring" Jews to Palestine abounded in the 19th century. Less interested in expediting the second coming of Christ as were the Millenarians, these secular politicians, from Napoleon Bonaparte to British foreign secretary Lord Palmerston (1785-1865) to Ernest Laharanne, the private secretary of Napoleon III in the 1860s, sought to expel the Jews of Europe to Palestine in order to set them up as agents of European imperialism in Asia. Their call would be espoused by many "anti-Semites", a new label chosen by European anti-Jewish racists after its invention in 1879 by a minor Viennese journalist by the name of Wilhelm Marr, who issued a political programme titled The Victory of Judaism over Germanism. Marr was careful to decouple anti-Semitism from the history of Christian hatred of Jews on the basis of religion, emphasising, in line with Semitic philology and racial theories of the 19th century, that the distinction to be made between Jews and Aryans was strictly racial. 

 

Assimilating Jews into European culture

Scientific anti-Semitism insisted that the Jews were different from Christian Europeans. Indeed that the Jews were not European at all and that their very presence in Europe is what causes anti-Semitism. The reason why Jews caused so many problems for European Christians had to do with their alleged rootlessness, that they lacked a country, and hence country-based loyalty. In the Romantic age of European nationalisms, anti-Semites argued that Jews did not fit in the new national configurations, and disrupted national and racial purity essential to most European nationalisms. This is why if the Jews remained in Europe, the anti-Semites argued, they could only cause hostility among Christian Europeans. The only solution was for the Jews to exit from Europe and have their own country. Needless to say, religious and secular Jews opposed this horrific anti-Semitic line of thinking. Orthodox and Reform Jews, Socialist and Communist Jews, cosmopolitan and Yiddishkeit cultural Jews, all agreed that this was a dangerous ideology of hostility that sought the expulsion of Jews from their European homelands. 

 

The Jewish Haskalah, or Enlightenment, which emerged also in the 19th century, sought to assimilate Jews into European secular gentile culture and have them shed their Jewish culture. It was the Haskalah that sought to break the hegemony of Orthodox Jewish rabbis on the "Ostjuden" of the East European shtetl and to shed what it perceived as a "medieval" Jewish culture in favour of the modern secular culture of European Christians. Reform Judaism, as a Christian- and Protestant-like variant of Judaism, would emerge from the bosom of the Haskalah. This assimilationist programme, however, sought to integrate Jews in European modernity, not to expel them outside Europe's geography. 

When Zionism started a decade and a half after Marr's anti-Semitic programme was published, it would espouse all these anti-Jewish ideas, including scientific anti-Semitism as valid. For Zionism, Jews were "Semites", who were descendants of the ancient Hebrews. In his foundational pamphlet Der Judenstaat, Herzl explained that it was Jews, not their Christian enemies, who "cause" anti-Semitism and that "where it does not exist, [anti-Semitism] is carried by Jews in the course of their migrations", indeed that "the unfortunate Jews are now carrying the seeds of anti-Semitism into England; they have already introduced it into America"; that Jews were a "nation" that should leave Europe to restore their "nationhood" in Palestine or Argentina; that Jews must emulate European Christians culturally and abandon their living languages and traditions in favour of modern European languages or a restored ancient national language. Herzl preferred that all Jews adopt German, while the East European Zionists wanted Hebrew. Zionists after Herzl even agreed and affirmed that Jews were separate racially from Aryans. As for Yiddish, the living language of most European Jews, all Zionists agreed that it should be abandoned. 

The majority of Jews continued to resist Zionism and understood its precepts as those of anti-Semitism and as a continuation of the Haskalah quest to shed Jewish culture and assimilate Jews into European secular gentile culture, except that Zionism sought the latter not inside Europe but at a geographical remove following the expulsion of Jews from Europe. The Bund, or the General Jewish Labor Union in Lithuania, Poland, and Russia, which was founded in Vilna in early October 1897, a few weeks after the convening of the first Zionist Congress in Basel in late August 1897, would become Zionism's fiercest enemy. The Bund joined the existing anti-Zionist Jewish coalition of Orthodox and Reform rabbis who had combined forces a few months earlier to prevent Herzl from convening the first Zionist Congress in Munich, which forced him to move it to Basel. Jewish anti-Zionism across Europe and in the United States had the support of the majority of Jews who continued to view Zionism as an anti-Jewish movement well into the 1940s. 

 

Anti-Semitic chain of pro-Zionist enthusiasts

Realising that its plan for the future of European Jews was in line with those of anti-Semites, Herzl strategised early on an alliance with the latter. He declared in Der Judenstaat that:

"The Governments of all countries scourged by anti-Semitism will be keenly interested in assisting us to obtain [the] sovereignty we want."

He added that "not only poor Jews" would contribute to an immigration fund for European Jews, "but also Christians who wanted to get rid of them". Herzl unapologetically confided in his Diaries that:

"The anti-Semites will become our most dependable friends, the anti-Semitic countries our allies."

Thus when Herzl began to meet in 1903 with infamous anti-Semites like the Russian minister of the interior Vyacheslav von Plehve, who oversaw anti-Jewish pogroms in Russia, it was an alliance that he sought by design. That it would be the anti-Semitic Lord Balfour, who as Prime Minister of Britain in 1905 oversaw his government's Aliens Act, which prevented East European Jews fleeing Russian pogroms from entering Britain in order, as he put it, to save the country from the "undoubted evils" of "an immigration which was largely Jewish", was hardy coincidental. Balfour's infamous Declaration of 1917 to create in Palestine a "national home" for the "Jewish people", was designed, among other things, to curb Jewish support for the Russian Revolution and to stem the tide of further unwanted Jewish immigrants into Britain. 

The Nazis would not be an exception in this anti-Semitic chain of pro-Zionist enthusiasts. Indeed, the Zionists would strike a deal with the Nazis very early in their history. It was in 1933 that the infamous Transfer (Ha'avara) Agreement was signed between the Zionists and the Nazi government to facilitate the transfer of German Jews and their property to Palestine and which broke the international Jewish boycott of Nazi Germany started by American Jews. It was in this spirit that Zionist envoys were dispatched to Palestine to report on the successes of Jewish colonization of the country. Adolf Eichmann returned from his 1937 trip to Palestine full of fantastic stories about the achievements of the racially-separatist Ashkenazi Kibbutz, one of which he visited on Mount Carmel as a guest of the Zionists. 

Despite the overwhelming opposition of most German Jews, it was the Zionist Federation of Germany that was the only Jewish group that supported the Nuremberg Laws of 1935, as they agreed with the Nazis that Jews and Aryans were separate and separable races. This was not a tactical support but one based on ideological similitude. The Nazis' Final Solution initially meant the expulsion of Germany's Jews to Madagascar. It is this shared goal of expelling Jews from Europe as a separate unassimilable race that created the affinity between Nazis and Zionists all along. 

While the majority of Jews continued to resist the anti-Semitic basis of Zionism and its alliances with anti-Semites, the Nazi genocide not only killed 90 percent of European Jews, but in the process also killed the majority of Jewish enemies of Zionism who died precisely because they refused to heed the Zionist call of abandoning their countries and homes. 

 

The anti-Semites will become our most dependable friends, the anti-Semitic countries our allies.

Theodor Herzl , Diaries

 

After the War, the horror at the Jewish holocaust did not stop European countries from supporting the anti-Semitic programme of Zionism. On the contrary, these countries shared with the Nazis a predilection for Zionism. They only opposed Nazism's genocidal programme. European countries, along with the United States, refused to take in hundreds of thousands of Jewish survivors of the holocaust. In fact, these countries voted against a UN resolution introduced by the Arab states in 1947 calling on them to take in the Jewish survivors, yet these same countries would be the ones who would support the United Nations Partition Plan of November 1947 to create a Jewish State in Palestine to which these unwanted Jewish refugees could be expelled. 

The pro-Zionist policies of the Nazis

The United States and European countries, including Germany, would continue the pro-Zionist policies of the Nazis. Post-War West German governments that presented themselves as opening a new page in their relationship with Jews in reality did no such thing. Since the establishment of the country after WWII, every West German government (and every German government since unification in1990) has continued the pro-Zionist Nazi policies unabated. There was never a break with Nazi pro-Zionism. The only break was with the genocidal and racial hatred of Jews that Nazism consecrated, but not with the desire to see Jews set up in a country in Asia, away from Europe. Indeed, the Germans would explain that much of the money they were sending to Israel was to help offset the costs of resettling European Jewish refugees in the country. 

After World War II, a new consensus emerged in the United States and Europe that Jews had to be integrated posthumously into white Europeanness, and that the horror of the Jewish holocaust was essentially a horror at the murder of white Europeans. Since the 1960s, Hollywood films about the holocaust began to depict Jewish victims of Nazism as white Christian-looking, middle class, educated and talented people not unlike contemporary European and American Christians who should and would identify with them. Presumably if the films were to depict the poor religious Jews of Eastern Europe (and most East European Jews who were killed by the Nazis were poor and many were religious), contemporary white Christians would not find commonality with them. Hence, the post-holocaust European Christian horror at the genocide of European Jews was not based on the horror of slaughtering people in the millions who were different from European Christians, but rather a horror at the murder of millions of people who were the same as European Christians. This explains why in a country like the United States, which had nothing to do with the slaughter of European Jews, there exists upwards of 40 holocaust memorials and a major museum for the murdered Jews of Europe, but not one for the holocaust of Native Americans or African Americans for which the US is responsible. 

Aimé Césaire understood this process very well. In his famous speech on colonialism, he affirmed that the retrospective view of European Christians about Nazism is that

it is barbarism, but the supreme barbarism, the crowning barbarism that sums up all the daily barbarisms; that it is Nazism, yes, but that before [Europeans] were its victims, they were its accomplices; and they tolerated that Nazism before it was inflicted on them, that they absolved it, shut their eyes to it, legitimised it, because, until then, it had been applied only to non-European peoples; that they have cultivated that Nazism, that they are responsible for it, and that before engulfing the whole of Western, Christian civilisation in its reddened waters, it oozes, seeps, and trickles from every crack. 

That for Césaire the Nazi wars and holocaust were European colonialism turned inwards is true enough. But since the rehabilitation of Nazism's victims as white people, Europe and its American accomplice would continue their Nazi policy of visiting horrors on non-white people around the world, on Korea, on Vietnam and Indochina, on Algeria, on Indonesia, on Central and South America, on Central and Southern Africa, on Palestine, on Iran, and on Iraq and Afghanistan. 

The rehabilitation of European Jews after WWII was a crucial part of US Cold War propaganda. As American social scientists and ideologues developed the theory of "totalitarianism", which posited Soviet Communism and Nazism as essentially the same type of regime, European Jews, as victims of one totalitarian regime, became part of the atrocity exhibition that American and West European propaganda claimed was like the atrocities that the Soviet regime was allegedly committing in the pre- and post-War periods. That Israel would jump on the bandwagon by accusing the Soviets of anti-Semitism for their refusal to allow Soviet Jewish citizens to self-expel and leave to Israel was part of the propaganda. 

 

Commitment to white supremacy

It was thus that the European and US commitment to white supremacy was preserved, except that it now included Jews as part of "white" people, and what came to be called "Judeo-Christian" civilisation. European and American policies after World War II, which continued to be inspired and dictated by racism against Native Americans, Africans, Asians, Arabs and Muslims, and continued to support Zionism's anti-Semitic programme of assimilating Jews into whiteness in a colonial settler state away from Europe, were a direct continuation of anti-Semitic policies prevalent before the War. It was just that much of the anti-Semitic racialist venom would now be directed at Arabs and Muslims (both, those who are immigrants and citizens in Europe and the United States and those who live in Asia and Africa) while the erstwhile anti-Semitic support for Zionism would continue unhindered. 

 

Hungary's 100,000 Jews alarmed at racism

 

West Germany's alliance with Zionism and Israel after WWII, of supplying Israel with huge economic aid in the 1950s and of economic and military aid since the early 1960s, including tanks, which it used to kill Palestinians and other Arabs, is a continuation of the alliance that the Nazi government concluded with the Zionists in the 1930s. In the 1960s, West Germany even provided military training to Israeli soldiers and since the 1970s has provided Israel with nuclear-ready German-made submarines with which Israel hopes to kill more Arabs and Muslims. Israel has in recent years armed the most recent German-supplied submarines with nuclear tipped cruise missiles, a fact that is well known to the current German government. Israel's Defence Minister Ehud Barak told Der SPIEGELin 2012 that Germans should be "proud" that they have secured the existence of the state of Israel "for many years". Berlin financed one-third of the cost of the submarines, around 135 million euros ($168 million) per submarine, and has allowed Israel to defer its payment until 2015. That this makes Germany an accomplice in the dispossession of the Palestinians is of no more concern to current German governments than it was in the 1960s to West German Chancellor Konrad Adenauer who affirmed that "the Federal Republic has neither the right nor the responsibility to take a position on the Palestinian refugees". 

This is to be added to the massive billions that Germany has paid to the Israeli government as compensation for the holocaust, as if Israel and Zionism were the victims of Nazism, when in reality it was anti-Zionist Jews who were killed by the Nazis. The current German government does not care about the fact that even those German Jews who fled the Nazis and ended up in Palestine hated Zionism and its project and were hated in turn by Zionist colonists in Palestine. As German refugees in 1930s and 1940s Palestine refused to learn Hebrew and published half a dozen German newspapers in the country, they were attacked by the Hebrew press, including by Haartez, which called for the closure of their newspapers in 1939 and again in 1941. Zionist colonists attacked a German-owned café in Tel Aviv because its Jewish owners refused to speak Hebrew, and the Tel Aviv municipality threatened in June 1944 some of its German Jewish residents for holding in their home on 21 Allenby street "parties and balls entirely in the German language, including programmes that are foreign to the spirit of our city" and that this would "not be tolerated in Tel Aviv". German Jews, or Yekkes as they were known in the Yishuv, would even organise a celebration of the Kaiser's birthday in 1941 (for these and more details about German Jewish refugees in Palestine, read Tom Segev's book The Seventh Million). 

Add to that Germany's support for Israeli policies against Palestinians at the United Nations, and the picture becomes complete. Even the new holocaust memorial built in Berlin that opened in 2005 maintains Nazi racial apartheid, as this "Memorial to the Murdered Jews of Europe" is only for Jewish victims of the Nazis who must still today be set apart, as Hitler mandated, from the other millions of non-Jews who also fell victim to Nazism. That a subsidiary of the German company Degussa, which collaborated with the Nazis and which produced the Zyklon B gas that was used to kill people in the gas chambers, was contracted to build the memorial was anything but surprising, as it simply confirms that those who killed Jews in Germany in the late 1930s and in the 1940s now regret what they had done because they now understand Jews to be white Europeans who must be commemorated and who should not have been killed in the first place on account of their whiteness. The German policy of abetting the killing of Arabs by Israel, however, is hardly unrelated to this commitment to anti-Semitism, which continues through the predominant contemporary anti-Muslim German racism that targets Muslim immigrants. 

 

Euro-American anti-Jewish tradition

The Jewish holocaust killed off the majority of Jews who fought and struggled against European anti-Semitism, including Zionism. With their death, the only remaining "Semites" who are fighting against Zionism and its anti-Semitism today are the Palestinian people. Whereas Israel insists that European Jews do not belong in Europe and must come to Palestine, the Palestinians have always insisted that the homelands of European Jews were their European countries and not Palestine, and that Zionist colonialism springs from its very anti-Semitism. Whereas Zionism insists that Jews are a race separate from European Christians, the Palestinians insist that European Jews are nothing if not European and have nothing to do with Palestine, its people, or its culture. What Israel and its American and European allies have sought to do in the last six and a half decades is to convince Palestinians that they too must become anti-Semites and believe as the Nazis, Israel, and its Western anti-Semitic allies do, that Jews are a race that is different from European races, that Palestine is their country, and that Israel speaks for all Jews. That the two largest American pro-Israel voting blocks today are Millenarian Protestants and secular imperialists continues the very same Euro-American anti-Jewish tradition that extends back to the Protestant Reformation and 19th century imperialism.  But the Palestinians have remained unconvinced and steadfast in their resistance to anti-Semitism. 

 

European Jews were transformed into the instruments of aggression; they became the elements of settler colonialism intimately allied to racial discrimination…Yasser Arafat, 1974 UN speech

 

Israel and its anti-Semitic allies affirm that Israel is "the Jewish people", that its policies are "Jewish" policies, that its achievements are "Jewish" achievements, that its crimes are "Jewish" crimes, and that therefore anyone who dares to criticise Israel is criticising Jews and must be an anti-Semite. The Palestinian people have mounted a major struggle against this anti-Semitic incitement. They continue to affirm instead that the Israeli government does not speak for all Jews, that it does not represent all Jews, and that its colonial crimes against the Palestinian people are its own crimes and not the crimes of "the Jewish people", and that therefore it must be criticised, condemned and prosecuted for its ongoing war crimes against the Palestinian people. This is not a new Palestinian position, but one that was adopted since the turn of the 20th century and continued throughout the pre-WWII Palestinian struggle against Zionism. Yasser Arafat's speech at the United Nations in 1974 stressed all these points vehemently:

Just as colonialism heedlessly used the wretched, the poor, the exploited as mere inert matter with which to build and to carry out settler colonialism, so too were destitute, oppressed European Jews employed on behalf of world imperialism and of the Zionist leadership. European Jews were transformed into the instruments of aggression; they became the elements of settler colonialism intimately allied to racial discrimination…Zionist theology was utilised against our Palestinian people: the purpose was not only the establishment of Western-style settler colonialism but also the severing of Jews from their various homelands and subsequently their estrangement from their nations. Zionism… is united with anti-Semitism in its retrograde tenets and is, when all is said and done, another side of the same base coin. For when what is proposed is that adherents of the Jewish faith, regardless of their national residence, should neither owe allegiance to their national residence nor live on equal footing with its other, non-Jewish citizens -when that is proposed we hear anti-Semitism being proposed. When it is proposed that the only solution for the Jewish problem is that Jews must alienate themselves from communities or nations of which they have been a historical part, when it is proposed that Jews solve the Jewish problem by immigrating to and forcibly settling the land of another people - when this occurs, exactly the same position is being advocated as the one urged by anti-Semites against Jews. 

Israel's claim that its critics must be anti-Semites presupposes that its critics believe its claims that it represents "the Jewish people". But it is Israel's claims that it represents and speaks for all Jews that are the most anti-Semitic claims of all. 

Today, Israel and the Western powers want to elevate anti-Semitism to an international principle around which they seek to establish full consensus. They insist that for there to be peace in the Middle East, Palestinians, Arabs and Muslims must become, like the West, anti-Semites by espousing Zionism and recognising Israel's anti-Semitic claims. Except for dictatorial Arab regimes and the Palestinian Authority and its cronies, on this 65th anniversary of the anti-Semitic conquest of Palestine by the Zionists, known to Palestinians as the Nakba, the Palestinian people and the few surviving anti-Zionist Jews continue to refuse to heed this international call and incitement to anti-Semitism. They affirm that they are, as the last of the Semites, the heirs of the pre-WWII Jewish and Palestinian struggles against anti-Semitism and its Zionist colonial manifestation. It is their resistance that stands in the way of a complete victory for European anti-Semitism in the Middle East and the world at large.

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