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Taßawuf  تَصَوُّف   Schule für Herzgestaltung - Wissenschaft der echten Lebensqualität. Mystik


 

 
   

Mystik ist ein gebräuchlicher, aber sehr unscharfer Begriff, der für allerlei spirituelle Ansprüche von Gläubigen (Muslime) als auch Ungläubigen (Nicht-Muslime) beansprucht wird.

 

Die Bezeichnung Taßawuf  hingegen ist konkret und bedeutet die Entsäkularisierung der Herzen bzw. ist die angewandte Wissenschaft, mit der zur echten Lebensqualität zu erreichen angestrebt wird. Taßauwuf ist die Verbindung der inneren Aspekte des Islam mit den äußeren Ereignissen zu einer Einheit ohne Widersprüche im Wissen und Zustand des Gläubigen. Formal betrachtet ist Taßawuf auch die gelebte Sunnah und Schar'iah als Voraussetzung für diesen Weg. Wer sich zu diesem Weg bekennt, der ist Mutasauwuf  مُتَصَوِّف  bzw.. Suufi صُوفِي, und sollte sich von einem Schaik einer Tdaariiqah führen lassen um nicht all zu leicht in die Irre zu gehen.

 

Ursprünglich - also nach Muhhammad - der Friede und Segen Allahs seien auf ihm - wurden diejenigen Sufis genannt, welche rohe Wollgewänder (Wolle = Suuf) trugen und sich von der Dunja (Weltzugewandtheit) erkennbar abzuwenden suchten und daher auch als innerlich "rein" (saaf) bezeichnet wurden. Die Vorstellung, dass Sufismus unabhängig vom Islam existiert, dass ist eine philosophischer Ansatz mit kurzen Beinen. Im Nachhinein mag es für manchen Konvertiten so aussehen, dass Yoga, Zen, Christentum, Schamanismus, Kunst, Sufitanz usf., Teil seines Weges zur Ergebenheit (Islam) waren, doch tatsächlich ist nur Allah der einen Suchenden Muslim werden lässt.  Allah kennt die Herzen der ehrlich Suchenden wie der nicht ehrlich Suchenden und führt wen Er will zum Licht oder in die Dunkelheit.

Die Behauptung, dass Sufismus schon lange vor dem Islam existierte, ist nur dann richtig, wenn der Islam seit Adam - Friede mit ihm - essentiell als die einzig wahre Religion verstanden wird und nicht nur kulturell, also erst mit der letzten Offenbarung - dem Qur'aan - begonnen hätte.

 

Ursprünglich wurden nur diejenigen Muslime Sufis benannt, welche die Nähe zu Allah erkennbar suchten und ihren Weg nicht mit Wohlstand, Ruhm. Macht und Bequemlichkeiten dieser Welt eintauschten wollten. Sie wurden auch deshalb Sufis genannt weil sie billige, raue Wollgewänder trugen und Wolle auf Arabisch "Suuf" bedeutet. Die Wissenschaft aber, welche manche Sufis zu entwickeln begannen, die heißt Taßawuf, und das wurde in Europa oft Mystik genannt, wobei dieser Begriff eine weit gestreute Bedeutung bekommen hat.

 

Es war nicht selten, dass frühe Sufis die Trennung von ihrem überflüssigen Hab und Gut als Voraussetzung für das Wandern auf diesem Weg angesehen haben, um derart etwa ihr Tawakkul (das Gottvertrauen) zu stärken und am spirituellen Weg nicht davon abgelenkt werden. Deshalb wird immer wieder - allerdings irrtümlich - angenommen, dass die Bedeutung von Tassawuf oder Sufi "Askese" sei, was aber nur aus einer einseitigen Sichtweise richtig ist. Askese ist nur eine der Disziplinen unter einer Reihe anderer, wobei der Salik (Wegbeschreiter) alles - "was nicht Allah ist" - aus dem Weg (seiner Wahrnehmung) zu räumen versucht um die optimale Lebensqualität (Ihsaan) zu erlangen und nicht nur auf das Paradies wartet, weil er ohnehin Muslim ist. Damit ist gemeint, dass nichts anders in allen  Handlungen gesucht wird, außer die Nähe zu Allah und dieses Näherkommen insbesondere durch die Liebe zum Gesandten Allahs, Muhammad Mustafa ermöglicht. Wesentlich auf diesem Weg ist die Verbindung zu Schaikh und den Weggefährten.

 

Ihhsaan, dass ist der perfektionierte Glaubenszustand, die echte Lebensqualität, die höchste Güte; Taßauwuf ist die Wissenschaft diesen Zustand zu erlangen. Tassawuf wird in Europa oft als Sufismus bezeichnet, und Sufismus wiederum zur Islamischen Mystik erklärt, weil Christen mit Mystik z.B. unerklärliche Aspekte ihrer Lehren zu überspringen versuchen, wie etwa den Irrtum der "Dreieinigkeit" . Insofern ist diese Bezeichnung eigentlich ein Misbrauch, so der Suufi derjenige ist, welcher die Wissenschaft des Inneren Weges (Taßauwuf) auf den richtigen Lehren studiert; Taßauwuf  ist auch die Methode um sich zu entsäkularisieren, was eine der Voraussetzung für den Wanderer (Salik) ist.

Eine andere Voraussetzung um diese Wissenschaft zu meistern, diesen Weg zu gehen, ist das Beachten der Schariah, denn der oftmals schmale Pfad des Wanderers befindet sich  innerhalb dieser breiten, abgesicherten Strasse. Im Taßauwuf  تصوف  wird die innere Qiblah in Einklang mit der Äußeren - was die Schariah und die Sunnah ist - in Übereinstimmung gebracht. Die Schariah ist für den Suufi eine eine Voraussetzung, so wie die arabische Grammatik für den eine Voraussetzung ist, der die Wissenschaft des Tafsiir (Qur'aan - Auslegung) studieren will.

 

Grundsätzlich ist es so, dass Muslime sehr fehlerhaft sind, wenn man sie mit den noblen Eigenschaften ihres Vorbilds, der Gesandten Allahs oder auch viele der Auliaa (Heiligen) vergleicht. Aber genau deshalb versammeln sie sich um ihre Schaikhs (Schujuuch) um des Faiḍ (Gnadenstroms, der durch die Schujuuch zu ihnen kommt) anteilig zu werden. Manche erwarten sich bei diesen Versammlungen makellose Muslime, doch sind die Sufis aber genau diejenigen, die sich ihrer Sünden bewusst sind und durch ihren Schaikhs in ihrem Dschihaad-Akbar (innerer Kampf gegen die eigene Unzulänglichkeit) Aspekte ihre Seele zu erkennen hoffen um die notwendigen Änderungen  zur Erreichung der echten Lebensqualität vornehmen zu können.

 

Der Ehrwürdige Bahaudin Naqschband - möge Allah seine Seele heiligen - einer der großen Schaikhs (Schujuuch), sagte: "In der Mitte der Leute (Anhänger) haben wir Trauer und Leid, währen sie Glücklichkeit in unsere Gemeinschaft erfahren."

 

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Nacherzählung

Ausschnitt  /  Schaikh Sa‘id ad-Diin unterrichtet Mawlaana Schams ad-Diin Muhammad Ruudschii

Zu Beginn meines spirituellen Weges - dem Befehl des Khwadscha  ergeben - habe ich die  Versammlungsmoschee von Herat nicht verlassen. Jede Nacht  bin ich in der Moschee schluchzend und  weinend bis zur Dämmerung herumgeirrt. Durch die Wirkung meiner spirituellen Verbindung (Nisbah) war ich dermaßen verstört, dass  ich - wenn sie in mir auftrat - meinen Kopf gegen die Steine der Moschee schlug. Beulen, so groß wie Walnüsse,  schwollen auf meinem Kopf. Niemals, außer für mein natürliches Bedürfnis, habe ich die Moschee verlassen.

 

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Die inneren und äußeren Dimensionen der Schariah ....

In diesem Vortrag wird der 36. Brief aus dem ersten Band des Maktubat des Imām Rabbani erläutert. Der Imām geht in diesem Schreiben auf die Wichtigkeit der inneren sowie der äusseren Dimensionen der Scharia ein. Der Brief wird von Muhammed F. Bayraktar gelesen und erklärt. ....

 

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Die Reise des Herzens zu Allah

Vortrag von Shaykh Mokhtar Maghraoui  -  Englisch mit deutschen Untertiteln

 

 

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Der Stellenwert des Herzens bei den Gottesdiensten

Vortrag von Shaikh Habib Omar bin Hafidh mit deutscher Übersetzung -  in Berlin während seines Deutschlandbesuchs.

 

 

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Innerer Friede

Der Islam bedeutet, dass du bezeugst (Schahaadah), dass keine Gottheit außer Allah existiert und dass Muhammad Sein Prophet ist und dass du das ßalaah (die Hauptaktion, das rituelle Gebet) verrichtest und die Zakah (Pflichtgabe) entrichtest und den ßaum (das Fasten) im Monat Ramaḍaan einhältst und den HHhadsch (die Pilgerreise) durchführst, sofern du dazu in der Lage bist. .... Muhammad AbuBakr MüllerRamaḍaan.1421 / Dezember 2000

 

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Der Schaikh und seine Muridiin -

Die Zuwendung des Schaikhs erleuchtet die Herzen mehr als freiwillige Gebete; wer aber vor allem diese Barakah (Segen) für seine Dunja eintauscht, der gehört nur scheinbar zu den Muridiin (Schülern) und kann durchaus Schaden erleiden; vergleichbar mit denjenigen, welche sich beim Rezitieren des Qur'aans selbst verfluchen ohne es zu merken. Der Schaikh vermittelt den jeweils gebührenden Faitd (Gnadenstrom) durch die Rahhmah (Gnade) Allahs.

 

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Hinweise zu Taßauwuf - Sufismus

 - Suufik ..... Taßauwuf ist die Wissenschaft des Einnehmens der inneren Qiblah (Ausrichtung in der Anbetung) im Einklang mit der Schari^ah (der Weg; das formale Gesetz), und der Sunnah, so wie z.B. die arabische Grammatik eine der Voraussetzungen für die Wissenschaft des tafsiir (Qur'aan - Auslegung) ist. ......  Muhammad AbuBakr Müller

 

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Küssen von Händen und Füssen .....

Unter Muslimen ist verstärkt die Frage aufgekommen, ob man die Hände oder Füsse eines anderen Muslims küssen darf. Das ist ganz eindeutig zu bejahen, es sei denn, es geschieht in Bewunderung von Reichtum, Macht oder sonstiger Heuchelei. Liebe, Zuneigung und Respekt zu einem geistigen Führer, und generell zu den 'auliaa'' Allahs, ist Voraussetzung für jeden Muslim, wenn er am spirituellen Weg weiterkommen will, denn Islam ist Liebe und Näher kommen; und wer keine Liebe zu denjenigen, welche ihm dabei helfen hat, der hat zu Allah und seinen Gesandten auch keine Liebe und für den ist der Weg der Liebe eine unverständliche Geschichte, die er dann mit allerlei Logik ablehnt.....

 

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Aussagen über Taßauwuf von den großen Aimmah  ...

Hasan Basri (g. 110)  Einer der ersten Suufis im wörtlichen und hauptsächlichen Sinne, wörtlich, weil er immer ein Talar aus Wolle trug. Der Sohn einer freigelassenen Sklavin von Umm Salama (Die Frau des Propheten) und eines Sklavens von Zayd ibn Thabit (Stiefsohn des Propheten), der große Imam von Basra, der Führer der Awliya und Gelehrten seiner Zeit, war bekannt für seine strikte Verkörperung der Sunnah des Propheten. .......

 250 

Silsilah Naqshbandiah Saify Mudschaddadi  (pdf)  

Die Kette der geistigen Führer; beginnend mit Muhammad (der Friede und Segen Allahs sei auf ihm) bis zu Scheich Akhund Zadah Saifu-r-Rahmaan aus Ardschi in Afghanistan (möge Allah seine Seele heiligen) in der Tradition der Naqshbandi Tariqat. Juli 1425 (2004).

 

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Brief Nr.104 des gesegneten Shayks Mawlay al Arabi ad Darqawi   .....

We see that gnosis repels affliction as it repelled it from others, such as the prophets, blessing and peace be upon them, and the awliya, may Allah be pleased with them.  Allah ta,ala said, “ We said: Fire! Be coolness and peace for Ibrahim. They wantet to snare him, so We made them the losers and rescued him.” Allah -ta,ala said , “ It is said to those who have Taqwa of Allah  , What did your Lord bring down ? They say God . This is even though there is great affliction. Allah only brings it down on them out of love for them and concern for them. It says in the Immense Qur'aan: How many prophet there has been with whom vast  numbers fought….”to the end of the ayat. Also “If a wound touches you, a wound like it has touched people “ and so on.

 

 213

Muraqabah der Naqshbandi Taqriqat (pdf) 

 ..... Muuaqabah bedeutet geistige Beobachtung / Erfahrung des eigenen Weges und ist, - neben dem stillen Dhikr im Herzen,- Kernstück der Naqshbandi Tariqat; dieser Text (Übersetzung aus dem Persischen) bezieht sich auf den "Mujadidi Weg" (wahdad ash shuhuud = Bezeugung der Einheit) von Schaikh Ahmad Sirhindi (möge Allah seine Seele heiligen). S.A.Sirhindi war einer der größten Gelehrten und auch Sheikh der Naqhsbandi Tariqat, von dem sich alle heute vorhanden zweige der Naqshabandi Tariqah ableiten. Sein bekanntestes Werk sind die Maktubaat (Briefe mit Unterweisungen), wenngleich das Muraqabah für die Mehrheit unbekannt bleibt. Die Praktizierung des Muraqabah ist allerdings nur dann zielführend bzw. möglich, wenn der Schüler (Murid) durch seinen Schaikh dazu aufgefordert wurde, bzw. dieser notwendige Entwicklungsstufen als Voraussetzung für den Murid erkannt hat.

 

 205 

Tasbih, der Lobpreis Allahs, Hymnus, Zählkette,

Reinheit, Pl. tasbihaat; und tasbiha, der Gesang, Pl. tasbiih; der Name "Allah " oder andere Seiner Eigenschaften und Namen, Teile des Qur'aan, Lobpreisungen Allahs,........

 

 181 

 About Shaikh 'abd al-Qadir al-Jilani

.... is known as one of the most important Suufis Shaikhs.in History.....Through the mists of legend surrounding the life of Shaikh 'abd al-Qadir al-Jilani, it is possible to discern the outlines of the following biographical sketch: In A.H. 488, at the age of eighteen, he left his native province to become a student in the great capital city of Baghdaad, ......

 

 036  

Sufismus

 - Meinungen und Fehlmeinungen / Die Einleitung zu seiner Schrift "Irschaad al-Taalibiin" (Anleitung für Suchende) von QaaDi Thanaa'Ullah Panipati [1731-1810, indischer Islamgelehrter und Naqschbandi-Schaikh] (29.02.00)

 

 032 

Wie man einen echten Schaikh erkennt

 / das Kapitel Schaykh -e- kaamil ki pehtschaan aus dem Buch Tarbiyyat al-Saalik (Die Ausbildung des Suufi-Reisenden) von Maulana Aschraf `Ali T'hanwi / Übersetzung: persisch-deutsch: Dr.Yahya Grassl

 

 031

Über den wirklichen Suufi-Weg

 / das Kapitel Haqiqat -e- Tariqat aus dem Buch Tarbiyyat al-Saalik (Die Ausbildung des Suufi-Reisenden - von Maulana Aschraf `Ali T'hanwi) 

 

 030  

Brief 61 (1. Band / Maktubat ) - Warnung vor einem falschen Schaikh

Schaikh Ahmad Sirhindi, Mudschaddid Alf-e-Thaani (q)

 

 029  

Brief 63 (2. Band) - Von mehreren Schaikhs lernen

 / Schaikh Ahmad Sirhindi, Mudschaddid Alf-e-Thaani (q)

 

 028 

Brief 221 (1.Band) - drei Arten von Schaikh

 / Schaikh Ahmad Sirhindi, Mudschaddid Alf-e-Thaani (q)

 

 027 

Brief  287 (1.Band) Auszug - Zu Ekstasen neigende Schüler / Schaikh Ahmad Sirhindi, Mudschaddid Alf-e-Thaani (q)

 

 025  

Hinweise zu Taßauwuf - Sufismus - Suufik .....

Taßauwuf ist die Wissenschaft des Einnehmens der inneren Qiblah (Ausrichtung in der Anbetung) im Einklang mit der Schari^ah (der Weg; das formale Gesetz), und der Sunnah, so wie z.B. die arabische Grammatik eine der Voraussetzungen für die Wissenschaft des tafsiir (Qur'aan - Auslegung) ist. ......  Muhammad AbuBakr Müller


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Seeking The Intercession Of The Prophet Of Islam (at tawassul) (pdf)

 :  A Scholarly Defense Of Its Legitimacy. Being the translation of a contemporary treatise which establishes that seeking the intercession of the Prophet is sanctioned by the Qur’an and the Sunnah and refutes the claims of the Pseudo-Salafis that intercession is a heretical innovation (bid’ah)  By the Azhari shaikh and Hadiith scholar Abdullah ibn Muhammad ibn al-Sadiq al Ghumari

 

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Das Adab des Murid

  Wie sich ein Muslim (Suufi) zu seinem Lehrer (Shaikh) und anderen Muslimen verhalten sollte. 

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