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Waadschib  واجِب   bedingte Pflicht, verpflichtend

 

 

 
   

Waadschib ist ein rechtlicher Begriff der Fiqh. Nach Imaam Abu Hanifa (hanifitischer Madhab (Rechtschule)) gibt es einen Unterschied zwischen Farḍt und Waadschibwährend in den drei anderen Madhaahib (Rechtsschulen) kein Unterschied gemacht wird. Nach Imaam Abu Hanifa ist das, was direkt im Qur'aan steht eine Farḍt, also z.B. Sadschdah im ßalaah (Niederwerfung in der Hauptaktion) und folglich wird eine Muslim, der eine Farḍt leugnet, zum Kaafir (Ungläubigen). Hingegen ist das, was durch den Gesandten Allahs angeordnet wurde, - ohne, dass es wörtlich im Qur'aan steht - als "waadschib" bezeichnet und wenn ein Muslim so ein Waadschib (Pflicht) leugnet - z.B. Qiraa't  (Rezitation) der Surah Al Fatihha im ßalaah - so wird er dadurch nicht zum Kafir, doch ist sein ßalaah nicht gültig. Im malikitischen, hanbalitsichen und schaafiitischen Madhhab wird zwischen wadschiib und farḍt nicht unterschieden.

 

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