Die Religion   Ad-Diin  اَل.دِين اَل_اِسلَام  Al-Islaam -  Der Islaam

 

Ad-Diin اَل.دِين ist das Schuldverhältnis des Menschen gegenüber seinem Schöpfer. Die Religion Adam's - Friede sei mit ihm - ist bis heute essentiell unverändert, doch hat sie nach menschlichen Verirrungen immer wieder Updates erfahren, die dann irrtümlich als verschiedene Religionen betrachtet werden. Diese Updates sind jeweiligen Offenbarungen, welche  durch die Propheten - der Fruede Allahs sei mit ihnen allen - installiert wurden. Das Letzte Update heißt "Islaam" oder "Ergebenheit in den Göttlichen Willen". Das ist "Die Religion", die nicht - wie oft von behauptet - von Muhhammad gegründet worden sei, vielmehr hat er nur die Botschaft des Qur'aan vermittelt und gelebt (Sunnah). Sprachen, Rituale, Gesetze und Kulturen sind vielfältig und so ist die innere Einheit der Offenbarungen nicht für jeden offensichtlich, insbesondere dann nicht, wenn "Religionen" nur als Kulturen-, oder Volkszugehörigkeiten verstanden werden. Der Islaam ist essentiell keine neue Religion, sondern die Fortsetzung und Vervollkommnung der früheren göttlichen Botschaften, die seit dem Propheten Asdam - Friede sei mit ihm - und allen früheren 120 000 Propheten irgendwo auf der Erde offenbart wurden. Muhhammad  - der Friede und Segen Allah seien auf ihm - ist allerdings das„Siegel der Propheten“, und der Qur'aan ist die abschließende göttliche Offenbarung, das abschließende Update. Es gibt und gab - essentiell betrachtet - immer nur die eine Religion.

 

"Die Religion" bzw. "Ad-Diin" bedeutete also, dass seit Adam  - Friede sei mit ihm - : Die Bewahrheitung der Existenz Gottes (Allah), Seiner Engel, Seiner Offenbarungen, Seiner Gesandten (Propheten), der Vorbestimmung, des Guten und des Bösen, der Auferstehung und des Lebens nach dem Tod.

 

Wer das Glaubensbekenntnis vor muslimischen Zeugen spricht, der gilt als Muslim und wer es in seinem Herzen bewahrheitet, der ist ein wahrhaft Gläubiger.

 

Kulturell gesehen wird von "verschiedenen Religionen" mit reichhaltigen Traditionen gesprochen, doch sobald in der Geschichte seit Adam - Friede mit ihm - von der Religion essentiell abgewichen wurde, trübte sich jeweils der Blick der Gläubigen auf die Einheit Gottes (Tauhiid) und es entwickelten sich essentielle Abweichungen von "der Religion" uns so ist es durch die rein kulturelle Betrachtung zu den Vorstellungen von verschiedenen Religionen gekommen. Verschieden, aber essentiell längst entstellte Offenbarungen vor dem Qur'aan sind im Umlauf, wobei. So wurde etwa der Prophet  Jesus (Friede mit ihm) zum Gott oder Gottessohn gemacht und Juden schlitterten in die Selbstverehrung und Hindus machte aus den Eigenschaften Gottes selbstständige Götter. Im Qur'aan - die letzte Offenbarung - sind nur wenige Propheten namentlich erwähnt, doch gab es weltweit 120000 Propheten und eine unbekannte Zahl von Offenbarungen (spiritueller Updates).

 

In den kulturell oft gut erhaltenen, hoch dekorativen, aber essentiell abweichenden Religionen, da gibt es viel Vergleichbares zu finden und dies verleitete manche zur Annahme, dass alle großen Religionen aktuell noch gültig wären, selbst wenn in diesen die Schöpfungen Gottes zu Gott oder zu Göttern wurde und damit offenkundigen oder versteckten Götzendienst etablierten. Allah offenbarte den Qur'aan durch Seinem letzten Gesandten, Muhhammad, um "die Religion" essentiell und rituell letztmalig wieder herzustellen und zu vervollständigen.

 

Kulturen sind recycling Produkte und wurden in einem ständigem Prozess durch die Religionen geprägt. So wie Wasser nur in einer Form getragen werden kann, kann die Religion nur als Kultur existieren obwohl sie - metaphysische gesehen - formlos ist. Kulturen sind Türen, durch welche sich die Seele zur Religion angezogen oder abgestoßen fühlen kann.

 

Alle Propheten, von Adam, Moses, Jesus und zuletzt Muhhammad (der Friede sei mit ihnen allen) werden im Qur'aan als Muslime (Gottergebene) bezeichnet und jeder von ihnen trat gegen die spezifische Form des  Götzendienstes des Gebietes in dem er wirkte auf. Zu den Arabern wurde Muhammad gesandt um deren steinerne Götzen zu zerstören und zu den Juden wurde Jesus (der Friede sei mit ihm) gesandt um deren Rassismus zu brechen.

 

Der Islaam (die Religion) kann mit einem Podium vergleichen werden, welches fünf Stützen hat: Glaube (Iimaan) an Gott und Seinem Gesandten (Schahaadah), die Verrichtung des Ssalaahh (Ritualgebet), das Geben der Zakaah (Pflichtgabe an Bedürftige), das Fasten (Ssaum) im (Monat) Ramaḍaan und das Pilgern zur Ka'abah in Makkah (Hhadsch). Glaube ist die mittlere Stütze und wenn diese entfernt wird, so bricht die Plattform.

 

Islaam إسلام bedeutet Ergebenheit in den Willen Allahs, dem Einzigen Gott und bedeutet die Liebe zu Seinem Gesandten, Muhhammad (auf dem der Friede und Segen Allahs sei). Ohne Liebe zu Seinem Gesandten ist die Ergebenheit in Allah unmöglich und der innere Frieden kann sich nicht einstellen. Leugnung des Einzigen Gottes ist hoffnungslose Revolution gegen Denjenigen, der einem geschaffen hat, auch wenn man die Wahrheit zu verscharren sucht. Religion ist auch das Schuldverhältnis zwischen  Schöpfer und Geschaffenem.

 

Die Bedeutung Ad-Deen (Die Religion) bezieht sich einerseits auf die ursprüngliche, einzig wahre Religion, die alle Propheten - beginnend mit dem Propheten Adam - Friede mit ihm - bis hin zu Muhhammad verkündet haben. Der Islaam hat seit Adam verschiedene Oberflächen und unterschiedlichen Namen, war jedoch essentiell immer die selbe Lehre vom selben inneren Frieden durch die selbe Ergebenheit in den Göttlichen Willen und deshalb gibt es seit der letzten Offenbarung - dem Qur'aan - die Bezeichnungen "Al-Islaam" (Der Islaam) und "Ad-Diin" (Die Religion) und diejenigen, die sich zum Islaam bekennen, werden Muslime und Gläubige genannt. Anderseits, wird der Begriff Diin (ohne Artikel) im Qur'aan auch für Anhänger früherer Offenbarungen und Irrlehren und deren Lebensweisen verwendet, welche die letzte Offenbarung (dem Qur'aan) zwar formal erreicht hat, aber diese als Wahrheit leugnen und deshalb werden sie Kufaar (Ungläubige bzw. Verstecker der Wahrheit) genannt. Im Qur'aan wird zu den Muschrikiin (Götzendienern) gesagt: . ..... لَكُمۡ دِينُكُمۡ وَلِىَ دِين   "lakum diinukum wa lia diin" ("Ihr habt eure Religion, und ich meine Religion").

 

Der Ursprung des Begriffs "Religion" ist mit "religere" nicht gesichert und in Europa ist dieser Begriff längst verkulturalisiert bzw. säkularisiert worden, was den spirituellen Tod des Begriffs eingeleitet hat. Daher gibt es unter Muslimen auch die Ansicht, dass das Wort Diin nicht mit "Religion" übersetz werden sollte, doch verknüpfe ich die Begriffe, denn dieses Verständnis ist für Anhänger der demokratischen Religion eine Hilfe, wenn sie sich der Bedeutung des Islaam anzunäheversuchen. Der dies schreibt, war früher selbst Anhänger der demokratischen Religion und weiß daher wie klebrig zugehöriges Gedankegut in der Seele (Nafs) haftet, und alles nach belieben interpretiert. Wenn säkulare Muslime den Islaam erklären, dann sprechen sie zuerst die Formel: "Muslime glauben, dass ....." und relativieren damit die Bedeutung letzte Offenbarung.

 

Nochmals: Alle offenbarten Religionen trugen vor ihrem jeweiligen Verfall (z.B. bevor Jesus  - Friede mit ihm - in Rom zum Gott gemacht wurde) essentiell die selbe Lehre in sich - wenn auch ihre Interfaces (kulturellen Oberflächen) unterschiedlichen waren. Die letztmalige Wiederherstellung "der Religion" oder das letzte Update dieser essentiell immer gleichen Religion ist heißt auf arabisch "Islaam". Frühere offenbarte Religionen blieben zwar kulturell sehr präsent, ihre spirituelle Realität aber, die ist durch Abweichungen - wie etwa dass Jesus (Friede mit ihm) zum "Gottes Sohn" gemacht wurde, Götzendienst geworden. Juden hingegen haben ihre ursprüngliche Auserwähltheit zur Verbreitung "der Religion" in eine rassistische Auserwähltheit bzw. Selbstverehrung pervertiert. Dies bedeutet aber nicht, dass Christen und Juden nicht "religiös" bzw. "fromm" wären und keine grundlegende Wahrheiten vermitteln könnten. Das selbe gilt für Zoroaster, Hindus, Shintos, Germanen, indianische Religionen usf., die alle essentiell von der "der Religion", abstammen und den Urvertrag, wenn auch verscharrt, im Herzen tragen.

 

So alle früheren Offenbarungen verglichen werden können, entstanden daraus auch die "vergleichenden Religionswissenschaften". Einige dieser Wissenschaftler sind durchaus spirituelle Sucher der Wahrheit gewesen, verliefen sich aber in philosophischen Irrlehren, so dass sie meinten, dass alle offenbarten Religionen hätten ihre Gültigkeit bewahrt und man könne daher auswählen, zu welcher der Religion man sich gerade bekenne; morgen dann eine andere usw.. Letztlich fühlen sie sich derart Erhaben über die Unterschiede der Religionen. Letztlich glauben sie,  nur mehr deren inneren Einheit ergebne zu sein und meinen dann, über alle Propheten erhaben zu sein. Diese Sekte, der heute bereits (unbewusst) viele Menschen angehören, ist der spirituelle Zweig der demokratische Religion im Gewand philosophischen Erhabenheit.

 

Allah führt wen Er will zum Licht oder in die Dunkelheit.

 

Muhhammad Abu Bakr Müller