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.Der Islamischer Kalender     

 

 
   

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Einige Hinweise von Muhammad Abu Bakr Mueller | Rajab / August 1424 / 2003

 

Die Islamische Jahreszählung beginnt mit der Hidschrah (Auswanderung Muhammads - der Friede und Segen Allahs sei auf ihm- von Makkah nach Medinah). Das muslimische Jahr teilt sich in zwölf Mondmonate von je 29 und 30 Tagen und insgesamt hat ein Mondjahr 354 Tage und ist um 10 oder 11 Tage kürzer als das Sonnenjahr, wodurch nach ungefähr 33 Sonnenjahren bereits 34 Mondjahre vergangen sind. Durch die Anwendung des Mondjahres verschieben sich die rituellen Ereignisse und Festtage langsam durch die Jahreszeiten, wodurch Naturverehrungen (wie z.B. die christlich vereinnahmten Feste: Sonnwende, Weihnachten, Ostern) nicht mit den rituell bestimmten Festtagen der Muslime, assoziiert werden können.

 

Das erste Jahr der Islamischen Zeitrechnung entspricht vermutlich dem Jahr 622 der christlichen Zeitrechnung, doch sind nicht alle Historiker davon überzeugt. Da der jeweilige Beginn eines Mondmonats nicht durch die Berechnung, sondern durch die subjektive Sichtung der feinen Mondsichel bestimmt wird, kann kein verbindlicher Kalender im Voraus erstellt werden und Islamische Festtage können außerdem niemals weltweit am selben christlichen Datum liegen, nämlich deshalb, weil die erste Mondsichel) zum selben christlichen Datum (welches durch die imaginäre Datumslinie definiert wird und nichts mit den Mondphasen zu tun hat) nicht überall in der Welt gesehen werden kann. Es ist allerdings bemerkenswert, dass viele muslimische Organisationen trotzdem versuchen, den Monatsbeginn weltweit mit astronomischen Berechnungen in ein christliches Datum zu pressen versuchen.

 

Der Beginn des Islam (die freiwillige Unterwerfung der Seele vor ihrem Schöpfer) war zur Zeit von Adam (der Friede Allahs sei auf dem ersten Seiner Propheten) und nicht erst zur Zeit Muhammads (der Friede und Segen Allahs sei auf ihm) in Makkah; vielmehr durchging der Islam eine Entwicklung und durch durch Muhammad vervollständigt. Der Islam wurde sozusagen durch verschiedene Propheten (der Friede und Segen Allahs sei mit Ihnen allen) mit unterschiedlichen Ritualen und Gesetzen immer wieder erneuert und das kann durchaus an mehreren Orten der Welt parallel geschehnen sein. Das muslimische Geschichts- bzw. Zeitempfinden unterscheidet sich allein deshalb ganz wesentlich von dem der Anhänger anderer Religionen. Jesus (der Friede und Segen Allahs sei auf ihm) war der vorletzte Gesandte Allahs und brachte die Botschaft des Islam, welche heute allerdings fast nur mehr in der "römisch" entstellten Version (nicht nur im Sinn des Umstiegs von Mond- auf Sonnenkalender) bekannt ist. Muhammad (der Friede und Segen Allahs sei auf ihm) ist der letzte Gesandte Allahs und hat die abschließende, für alle Menschen gültige Offenbarung verkündet.

 

Muhammad Abu Bakr Mueller

Rajab / August 1424 / 2003

 

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