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Auf wen treffen solche Eigenschaften zu?

Leserbrief / Autor unbekannt.

 

Er war stets nachdenklich. Sein  Schweigen dauerte länger als sein Reden. Er sprach nichts Sinnloses. Wenn er sprach, sprach er weder zu viel noch zuwenig. Er ärgerte sich nicht über weltliche Angelegenheiten. Er fühlte sich nicht gekränkt, wenn er persönlich angegriffen wurde und rächte sich nicht dafür. Er war immer vergebend und nahm nicht Rache an seinen Feinden. Er vergab nicht nur seinen Feinden, sondern ehrte und schätzte sie. Er nahm in seinem Leben stets Abstand von dreierlei Dingen: streiten, viel sprechen, sinnlos Zeit vertreiben. Seine Wörter waren so rein und süss wie glänzende Perlen. Er versetzte keinen Hoffenden in Hoffnungslosigkeit. Er schwieg, wenn ihm etwas nicht gefiel. Er sprach niemanden Schlechtes ins Gesicht. Er sprach auch niemanden hinterher. Er interessierte sich weder für die Schwächen anderer, noch untersuchte er diese. Er sprach keinem sein Unheil ins Gesicht. Er hörte dem letzten Sprecher so interessiert zu, als spreche dieser als Erster. Befand er sich in einer Versammlung, welche lachte,

 lachte er mit Ihnen. Staunten diese, staunte er mit Ihnen. Er nahm keinen Ruuhhm entgegen, welcher der Wirklichkeit widersprach. Er war stets besonnen. Er half all jenen, die an seiner Tür um Hilfe baten. Einmal sagte er zu einem seiner jüngeren Gefährten: „Sei auf dieser Welt ein Armer oder Wanderer.“  Er war stets bedrückt und in Kummer. Er sprach nie ein schlechtes Wort. In schweren Zeiten schrie er seinen Zustand nicht heraus. Er ass mit den Armen, so dass man ihn nicht von ihnen unterscheiden konnte. Er ass lobpreisend, was ihm aufgetischt wurde, ohne wählerisch zu sein. Er  bekleidete sich stets bescheiden. Er liebte keinen Luxus. Wenn er sprach, wandte er sich nicht von der Menge ab. Betrat er eine Gemeinde, nahm er nicht abseits von ihnen Platz. Jeden Morgen, wenn er  sein Haus verliess, betete er: „Oh Gott, ich nehme Zuflucht bei dir vor der Irreleitung. Führe mich weder irre, noch lasse mich jemanden irreführen. Leite mich weder vom rechten Weg ab und bewahre mich, jemanden vom rechten Weg abzuleiten. Bewahre mich von der Ungerechtigkeit und Respektlosigkeit.“ Er war außergewöhnlich, doch er lebte wie ein gewöhnlicher Mensch.

 

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