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Wenn Sebastian Kurz ein islamischer Despot wäre.

Vergessen wir für einen Moment Österreich und seine Muslime. Stellen wir uns stattdessen vor, Sebastian Kurz wäre der islamische Herrscher über eine christliche Minderheit in Nahost.

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Stellen wir uns ein fernes islamischen Land vor. In diesem Land hätten die Mächtigen diese Woche eine “Christenlandkarte veröffentlicht. Auf einer eigenen Website fände sich nun für jedermann zugänglich eine Auflistung aller Kirchen und anderen christlichen Einrichtungen des Landes: Mit genauen Adressen und Namen. Versehen mit Labels wie „fundamentalistisch“, „evangelikal“ oder „Verbindungen zu den USA“. Ohne dass auch nur einer der betroffenen Christen der Veröffentlichung zugestimmt hätte. Wie würden wir uns dabei fühlen? Würden wir den Beteuerung der islamischen Machthaber Glauben schenken, es ginge Ihnen nicht um die Kriminalisierung christlicher Religionsausübung? Würden wir das auch dann noch tun, wenn die Karte von einer Einrichtung verantwortet wird, die dem Namen nach “religiös motiviertem politischen Extremismus” dokumentiert?

 

https://www.schantall-und-scharia.de/paschakurz/   27.Mai,2021

Was würden wir über ein islamisches Land denken, das alle christlichen Geistlichen in einem “Pfarrerverzeichnis” erfasst?

Stellen wir uns vor, es handle sich bei dem islamischen Land mit der Christenlandkarte um dasselbe Land, dessen Regierung erst kürzlich unter dem Namen “Anti-Terror-Paket”, Sondergesetze für Christen eingeführt hat. Was würden wir über ein islamisches Land denken, dessen Machthaber auf Twitter bekanntgab, das „politische Christentum“ zur Straftat erklären zu wollen?

Wie würden wir uns fühlen, wenn eine islamische Regierung vorhätte, alle christlichen Geistlichen des Landes in einem „Pfarrer-Verzeichnis“ zu registrieren? Wie wäre uns zumute, wenn islamische Politiker Gesetze auf den Weg brächten, die es ermöglichen „christliche Terroristen“ auch nach Verbüßung ihrer Strafe „ein Leben lang wegzusperren”?

Stellen wir uns vor, in diesem fernen islamischen Land hätten schwer bewaffnete Sondereinheiten nachts die Türen von christlichen Wohnhäusern und Geschäften eingetreten. Würden wir den Erklärungen des verantwortlichen islamischen Machthabers Glauben schenken, es handle sich bei den Christen um Terrorunterstützer?

Auch dann noch, wenn sich kaum einer der Beschuldigten bisher hat etwas zu Schulden kommen lassen? Selbst dann, wenn die Regierung selbst nach Monaten keine Beweise vorlegen kann? Auch dann noch, wenn unabhängige Juristinnen, Wissenschaftler und Menschenrechtlerinnen vehement darauf hinweisen, dass an den Vorwürfen nichts dran ist.

Stellen wir uns vor, schwer bewaffnete Polizisten würden die Türen christlicher Wohnhäuser eintreten

Würde uns die Existenz eines einzelnen christlichen Attentäters als Rechtfertigung für all diese Maßnahmen ausreichen? Und was, wenn sich herausstellt, dass die Geheimdienste des islamischen Landes, immer wieder Gelegenheit hatten, den Attentäter aufzuhalten?

Würden wir den Bekundungen des fiktiven islamischen Regierungschefs Glauben schenken, sein Kampf richte sich nur gegen das „politische Christentum“, nicht aber gegen die „Mehrheit der friedliebenden Christen im Land“? Würden wir das auch noch tun, wenn eben diese friedliebende christliche Mehrheit schon seit Jahren Ziel von immer neuen Repressalien wird?

Wie würden wir über die Situation in einem islamischen Land urteilen, in dem in den letzten Jahren christliche Kindergärten geschlossen, christliche Symbole an Schulen verbannt und Christinnen im Öffentlichen Dienst und vielen anderen Orten gezwungen wurden, ihre traditionelle Kleidung abzulegen?

Was würden wir über ein islamisches Land denken, in dem Christinnen gezwungen werden, ihre traditionelle Kleidung abzulegen?

Was würden wir über einen Staat denken, in dem die seit über 100 Jahren festgeschriebenen Rechte der christlichen Minderheit durch ein neues „Christentumgesetz“ aufgeweicht werden und die staatlich anerkannte Vertretung der Christen im Land von Behörden und Politikern als extremistische Bedrohung und fünfte Kolonne ausländischer Mächte dargestellt wird?

Was wäre die richtige politische Antwort, wenn der mächtigste Geheimdienst des islamischen Landes, die grundlegendsten Aufgaben der christlichen Religionsgemeinschaft auf einmal zu Merkmalen eines zu bekämpfenden „politischen Christentums“ erklärt?

Wenn das Betreiben von Kirchen, das Abhalten von Religionsunterricht und das Durchführen christlicher Begräbnisse auf einmal in Verdacht stünde, Extremismus zu fördern und die „Assimilation von Christen in die nichtchristliche Mehrheitsgesellschaft zu verhindern“?

Was würden wir über Behörden eines islamischen Staates denken, die eine „Dokumentationstelle Politisches Christentum“ einrichten, um die guten von den schlechten Christen zu trennen?

Wie würden wir über islamische Herrscher urteilen, die einer kleinen Minderheit unterstellten, sie planten die christliche Machtübernahme?

Wie groß wäre unsere Sorge, wenn all diese Maßnahmen in eine Zeit fielen, in der islamische Politiker tagtäglich Stimmung gegen die christliche Minderheit im Land machen? Wenn keine Woche in diesem islamischen Land ohne Forderungen vergingen, Kirchen zu schließen, „kriminelle“ Christen abzuschieben oder einzusperren.

Wie würden wir über ein Land urteilen, in dem selbst Christen, die sich seit Jahren gesetzestreu in Parteien, Verbänden oder zivilgesellschaftlichen Initiativen engagieren, immer häufiger zum Problem erklärt werden? Wenn von höchster Stelle Verschwörungstheorien befeuert werden, Christen planten, kanonisches Recht einzuführen und das Land in einen Gottesstaat zu verwandeln?

Wie würden wir reagieren, wenn in einem fernen islamischen Land die Luft für Christen immer dünner wird?

Wie groß wäre unsere Angst, wenn ein Großteil der muslimischen Mehrheitsbevölkerung in jenem Land hinter diesen Maßnahmen stünde? Wenn die größten Medien jeden Tag über gewalttätige, kriminelle und rückständige Christen berichteten und sie verantwortlich machen für die Probleme im Land. Obwohl Christen gerade einmal acht Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Wie große wäre unsere Wut gegenüber den politisch Verantwortlichen, wenn sich die Übergriffe auf Christen und Christinnen innerhalb eines Jahres verdoppelt hätten? Wenn internationale Organisationen schon seit langem vor zunehmender Christenfeindlichkeit in dem Staat warnen? Wie große wäre unsere Verachtung gegenüber islamischen Politikern, die Christen trotz all dem vorwerfen, ihre „Opferrolle“ nur zu inszenieren?

Wie würden wir reagieren, wenn in einem fernen islamischen Land die Luft zum Atmen für Christen immer dünner wird? Mit Petitionen? Titelseiten? Sanktionen? Sondersendungen? Einberufung von Botschaftern? Boykottkampagnen? Demonstrationen? Hashtag-Kampagnen? Und was sagt es über uns aus, dass wir all das nicht tun, wenn es um Muslime und Musliminnen in Österreich geht?

[Das Aufmacherbild zeigt den osmanischen Ali Pascha mit seiner christlichen Mätresse Kyra Vassiliki in der Fantasie des deutschen Orientmalers Paul Emil Jacobs. Mehr Infos.]

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