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  Wenn nicht anders erwähnt, entsprechen rechtliche Angaben der hhanifitischen Rechtsschule.   Zwecks leichterer Lesbarkeit beziehen sich geschlechtsspezifische Formulierungen teilweise auf "der Mensch".     [ = hinzugefügt ]    

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Muss ich Arabisch können um Muslim zu werden-, zu sein-, oder den Islam richtig zu verstehen?

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NEIN.     Die große Mehrheit der Muslime kann weder Arabisch sprechen, lesen oder verstehen. Arabisch zu können ist keine Bedingung um Muslim zu werden, zu sein oder den Islam richtig zu verstehen. Das "Nichtkönnen" der Arabischen Sprache kann sogar ein Schutz vor der Einbildung "fähig zu sein den Qur'aan und/oder die Hhadiithe selbst interpretieren zu können" sein. Deshalb ist es auch für arabisch sprechende Muslime dringend notwendig, einer der vier Rechtschulen (Madhhaahib) zu folgen, denn so einfach ist es nicht mit dem richtigen Verständnis des "Arabisch der Dschahillijjah", der Zeit in welcher der Gesandten Allahs die Offenbarung des Qur'aans erhielt. Es besteht kein Zweifel über die Qualität, Wichtigkeit und Bedeutung der arabischen Sprache, ist es doch die Sprache des heiligen Qur'aan und des Gesandten Allahs, unübertroffen in ihrer Schönheit und Aussagekraft. Heute gibt es Übersetzungen des Qur'aan, der Hhadiithe und der Werke der frühen Gelehrten der Rechtschulen in viele Sprachen, die es Muslimen leichter machen Wissen zu erlangen, vorausgesetzt, dass sie  bereit sind, sich in ihrem Inneren und Äußerem zu ändern, denn Wissen ('Ilm) erlangen funktioniert nur durch Veränderungen in der Seele, denn sonst bleibt es beim Auswendiglernen und akademischen Wissen.

 

Um als Muslim zu gelten, muss der (in seinem Herzen bereits) Gläubige nur das islamische Glaubensbekenntnis (Schahadah) vor Zeugen sprechen:

 

Es gibt keinen Gott außer Allah, Muhammad ist der Gesandte Allahs.“  

 

Dieses Bekenntnis kann in jeder Sprache gesprochen werden. Das rituelle Gebet (Ssalaah) wird auf Arabisch gesprochen, doch das ist auch für nicht arabisch sprechende Konvertiten meist ein kurzer Lernprozess und keine Voraussetzung um Muslim zu sein. Es gibt keine islamische Vorschrift, die Arabischkenntnisse zur Bedingung für die Ergebung in den Willen Allahs - also das "Muslimsein" macht.

 

Wer sich aber die Kenntnis von den wichtigsten islamischen Begriffen des Islam auf Arabisch verschafft, der tut sich in der Kommunikation mit Muslimen leichter, denn diese Begriffe sind oft eindeutiger als ihre Übersetzungen in andere Sprachen. So kennen wohl viele nicht-arabisch sprechenden Muslime den eindeutigen Begriff "Ssalaah" für das Ritualgebet während die Übersetzung mit  "Gebet" mehrdeutig ist. Die wenigen arabischen Worte, die für das Verrichten des Ssalaah (Ritualgebet, die Hauptaktion) notwendig sind, kann fast jeder lernen und wer es trotz Anstrengung nicht schafft, der ist trotzdem Muslim und Allah sieht in sein Herz und nimmt sein Ssalaah an.

 

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Einige Hinweise zur "Arabischen Sprache"

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Das heutige "Al Fusha" الفصحى  (Hocharabisch) ist nicht die Sprache des Qur'aan, sondern ein modernes Hocharabisch, das sich an der Sprache des Qur'an als Stadard anzulehnen versucht. Nur diejenigen, die Arabisch studieren, Literaten, Nachrichtensprecher und Bildungseinrichtungen benützen "Al Fusha", doch niemand spricht "Al Fusha" الفصحى  im täglichen Leben sondern spricht arabische Dialekte. Aus dem gefühlten Selbstverständnis dieser Dialekte - kombiniert mit geringem Wissen - können die Worte aus dem Qur'aan von "arabisch sprechenden Muslimen" leicht falsch verstanden werden: