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.Firqah   فِرقَة     Sekte


   

 

Alle die sich zum Islam bekennen sprechen das Glaubensbekenntnis (Schahaadah):

 

 

aschhadu allaa ilaaha illa-llahu wa asch-hadu anna muhhammadan 'abduhu wa rasuuluhu

 

Ich bezeuge: Kein Gott außer Allah und ich bezeuge, Muhammad ist Sein Diener und Sein Gesandter.

 

 

Hinter diesem Bekenntnis verbergen sich allerdings unterschiedliche Auffassungen, auch solche, die dem Islam widersprechen bzw. aus dem Islam hinausführen, ohne dass diese Irrlehren als solche für den Muslim leicht erkennbar wären. Wenn etwa die Anhänger einer Sekte behaupten würden, dass Schweinefleisch zu essen erlaubt sei ..."weil so und so", oder dass die fünf täglichen Gebete nicht verpflichtend sind, "...weil so und so, dann erkennt selbst ein ungebildeter Muslim, dass das gesprochene Glaubensbekenntnis nur auf den Lippen war,  während das Herz die Worte nicht bewahrheitete. Islamleugnungen sind aber nicht immer so leicht zu erkennen und eine Sektenzugehörigkeit, die eventuell aus den Islam hinausführt, ist dem Sektierer nicht bewusst, da er die Wahrheit zu vertreten meint. Zusätzlich können individuelle Mischungen von Irrlehren und ethnische Erbschaften schwierig machen die eigne Position zu erkennen. Nicht die Namen bekannter Sekten, sondern nur deren Irrlehren darzustellen wäre vielleicht hilfreicher um sich selbst darin zu erkennen. Im Übrigen ist es sinnvoll, sich nicht all zuviel mit Irrlehren zu befassen.

 

Imam Rabbani Shaykh Ahmad Sirhindi Faruqi (rahmatullah alaih), (1564-1624), 

erklärte in seinem Brief an Mullah Ibrahim (Maktubat Shareef : 3.38), wie das Hhadith:  "In einem Hhadith wird erklärt, dass sich diese Ummah in dreiundsiebzig Gruppen aufteilen wird, von denen zweiundsiebzig in die Hölle kommen werden. Dieser Hhadith besagt, dass die zweiundsiebzig Gruppen im Feuer der Hölle gequält werden. Er besagt nicht, dass sie auf ewig in der Hölle bleiben werden. Das ewige Verbleiben in der Qual des Höllenfeuers ist für diejenigen, die keinen Imaan haben. Das heißt, das gilt für die Ungläubigen. Die zweiundsiebzig Gruppen werden aufgrund ihres verdorbenen Glaubens in die Hölle kommen und so viel brennen, wie die Verdorbenheit ihres Glaubens beträgt. Die eine Gruppe, die dreiundsiebzigste, wird vor dem Höllenfeuer bewahrt, weil ihr Glaube nicht verdorben ist. Wenn es unter den Mitgliedern dieser Sekte solche gibt, die böse Taten begangen haben, und diese bösen Taten von ihnen nicht durch Taubah oder Schafaah vergeben wurden, ist es möglich, dass auch diese in der Hölle brennen werden, entsprechend ihrer Sünden. Alle, die zu den zweiundsiebzig Gruppen gehören, werden in die Hölle kommen. Aber keiner von ihnen wird auf ewig in der Hölle bleiben. Nicht alle, die zu dieser einen Gruppe gehören, werden in die Hölle kommen. Von ihnen werden nur diejenigen in die Hölle kommen, die schlechte Taten begangen haben. Die zweiundsiebzig berichteten Gruppen von Bid'ah, die in die Hölle kommen werden, sollten nicht alle als "Ungläubige" bezeichnet werden, denn sie sind Ahl-i-Qiblah. Aber von diesen Leuten werden diejenigen, die die islamischen Lehren, die unabdingbar sind, um geglaubt zu werden, nicht glauben, sowie diejenigen, die die Regeln der Schariah, der jeder Muslim untersteht und sie kennt leugnen, zu Ungläubigen. Die Gelehrten der Ahlu-s-Sunn'ah erklären: "Wenn die Aussage eines Muslims hundert Bedeutungen hat, von denen neunundneunzig den Unglauben hervorrufen und eine zeigt, dass er ein Muslim ist, dann ist es notwendig, diese eine Bedeutung zu nehmen und ihn so vor dem Zustand des Unglaubens zu bewahren und Allahu Ta'ala kennt die Wahrheit. Sein Wort ist das zuverlässigste Wort."

 

 

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Hinweise zu Sekten

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Mit "Sekte" sind hier diejenigen Gruppen gemeint, welche sich selbst als Muslime betrachten oder von anderen mit dem Islam assoziiert werden, jedoch im Sinne ihrer Aqiidah (Glaubensinhalte) vom traditionellen Islam, also von Ahlu-l-Sunnah wa-l-Dschm'ah mehr oder weniger abweichen. Sektenanhänger können Kufaar (Ungläubige) sein, auch wenn sie - kulturell gesehen - als Muslime gelten und sich selbst als die wahren Muslime wähnen. Wie dem auch sei, es ist immer Vorsicht bei Beurteilungen geboten, denn so mancher sagt etwas dem Wort nach den Islam leugnendes, meint aber etwas Richtiges; hat sich nur falsch ausgedrückt.

 

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